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Rat will neues Bauland in Augustdorf

22.09.2017 

 

OrtsansichtVerwaltung soll weitere Flächen suchen und vorschlagen, wo bereits ausgewiesenes Bauland zum Ausgleich aufgehoben werden kann

 

Der Gemeinderat hat am 21.09.2017 einstimmig beschlossen:

„Der Gemeinderat verfolgt das Ziel, der großen Nachfrage nach Bauland in Augustdorf zu entsprechen. Die Verwaltung wird beauftragt, Vorschläge für die Ausweisung neuer Baugebiete sowie für die kompensatorische Aufhebung oder Änderung von Bebauungsplänen zu erarbeiten und dem Ausschuss für Bau, Planung und Umwelt zu präsentieren. Eine ergänzende fachliche Stellungnahme aus Sicht der Gemeindewerke ist mitvorzulegen.“

 

Grundlage des Beschlusses ist ein Vorschlag des Bürgermeisters. Der berichtete, dass nach dem Inkrafttreten des neuen Landesentwicklungsplanes der Regionalplan geändert wird. In diesem Zusammenhang wird die Regionalplanungsbehörde erfragen, wie sich Augustdorf die bauliche Entwicklung vorstellt. Denn im Regionalplan werden auch die Augustdorfer Baugebiete dargestellt. Insofern sei es notwendig, sich frühzeitig Gedanken darüber zu machen, wo der Bedarf nach Bauland zukünftig gedeckt werden.

 

In der Gemeinde Augustdorf besteht seit Jahren eine sehr große Nachfrage nach Grundstücken für die Bebauung mit Wohnhäusern. Die Nachfrage kann bei weitem nicht gedeckt werden. Insbesondere junge Familien aus Augustdorf und aus den  Nachbarkommunen wollen sich in unserer Gemeinde dauerhaft niederlassen. Darüber hinaus gibt es auch einen Bedarf nach Bungalows sowie barrierefreien Wohnungen für ältere Menschen, deren Kinder die zu groß gewordenen Einfamilienhäuser aus Altersgründen verlassen haben. Ferner kann auch der Bedarf zur Unterbringung von Familien mit Migrationshintergrund zur Zeit nicht befriedigt werden. Aufgrund der in NRW geltenden Wohnsitzauflage ist es erforderlich, vor Ort ausreichenden Wohnraum anzubieten. Die zu erwartende Familienzusammenführung wird den Bedarf nach größeren Wohneinheiten für anerkannte Flüchtlinge und Asylbewerber deutlich erhöhen.

 

Die dauerhafte Ansiedlung der vielen Bauwilligen in Augustdorf ist nach Meinung des Bürgermeisters unverzichtbar, um die Gemeinde zukunftsfähig zu gestalten. Die Bewahrung und Entwicklung der gesamten Infrastruktur hängt wesentlich von der Zahl der Einwohner ab. Diese ist in den Jahren 2013 bis Mitte 2016 gestiegen. Eine weitere Erhöhung der Einwohnerzahl trägt zur Sicherung und zur quantitativen sowie qualitativen Weiterentwicklung der Schullandschaft, der Kindertageseinrichtungen, der Sporteinrichtungen, des ÖPNV-Angebots, der besonderen Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren, der Einkaufsmöglichen vor Ort und vielem mehr statt. Durch die Bebauung aktuell landwirtschaftlich genutzter Flächen steigen die Grundsteuer B-Erträge der Kommune, durch mehr Einwohner die Schlüsselzuweisungen des Landes, durch mehr Schüler die schulbezogenen Zuweisungen. Durch eine höhere Dichte der Bebauung lassen sich Ver- und Entsorgungseinrichtungen (z. B. Wasserversorgung, Abwasserentsorgung) wirtschaftlicher und damit – bezogen auf die Einwohnerzahl – kostengünstiger betreiben. Es ist nicht absehbar, wie lange die Nachfrage nach Bauland anhält. Ein erheblicher Anstieg des Zinsniveaus für die Baudarlehen könnte den Bedarf deutlich senken. Umso wichtiger ist es, die bestehenden Entwicklungschancen für Augustdorf umgehend zu nutzen.

 

Es bestehe also aus mehrfacher Sicht ein erheblicher Handlungsbedarf in Augustdorf. Der Bedarf könnte zu einem erheblichen Teil befriedigt werden, wenn sämtliches ausgewiesenes Bauland auch bebaut werden könnte. In gültigen Bebauungsplänen gibt es nach einer Aufstellung der Verwaltung noch ca. 2,6 ha bebaubare Flächen. Dort könnten ca. 315 Häuser entstehen. Die nicht umgesetzten Bebauungspläne sind bis zu 44 Jahre alt. Der Bürgermeister hat im vergangenen Jahr Eigentümer ausgewiesener Bauflächen gebeten, ihm mitzuteilen, welche Perspektiven sie für ihre Flächen sehen. Dabei kam heraus, dass ein Teil der bebaubaren Flächen mittel- bis langfristig nicht für die Bebauung vorgesehen ist, sondern weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden soll.

 

Die Ausweisung neuer, zusätzlicher Baugebiete wird in Augustdorf jedoch nicht möglich sein, ohne an anderer Stelle bestehende Flächen zurückzunehmen bzw. Bebauungspläne aufzuheben. Um den großen Bedarf nach Häusern für junge Familien, nach Häusern und Wohnungen für Senioren sowie für Flüchtlinge und Asylbewerber mit Bleibeperspektive in Augustdorf decken zu können, bleibt auch in Augustdorf kein anderer Weg als nach neu ausweisbaren Flächen zu suchen und im Gegenzug bestehende und nicht umsetzbare Bebauungspläne aufzuheben.

 

Die Gemeinde muss die Baulandbereitstellung nach dem Vorschlag der Verwaltung zukünftig aktiv, bedarfsorientiert und strategisch steuern. Sie sollte eine Baulandstrategie festlegen, deren Ziel es ist, Bauland mobilisieren. Es müsse sichergestellt werden, dass neues Bauland nur noch ausgewiesen wird, wenn eine kurzfristige Erschließung und Bebauung gewährleistet ist.

 

Weitergehende Informationen finden Sie hier.

 

 

 

 

 



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