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Denkmalschutz

In die Denkmalliste der Gemeinde Augustdorf sind u.a. die folgenden Objekte eingetragen:


Alte Schule I (Pivitsheider Straße 57)

 

Alte SchuleDas 1908 als Nachfolger einer alten Fachwerkschule (Baujahr 1834) erbaute Gebäude ist ein 1- bis 2-geschossiger Bruchsteinbau mit Werksteingliederung. Er ist traufenständig, hat ein hohes Krüppelwalmdach, Risaliten mit Fachwerk-Zwerchhäusern und Rundbogenportale mit volkskundlicher Inschrift. Die alte Schule zeigt deutlich gestalterische Anlehnung an die in der Nachbarschaft stehende Dorfkirche und bildet mit dieser und dem dazwischenliegenden Dorfkrug ein ortsbildprägendes Ensemble.

 

Das Gebäude enthielt Klassenräume sowie eine Lehrerwohnung. Es wurde 1949 im Dachgeschoss um zwei Klassenräume erweitert. Aufgrund des Einzugs der Bundeswehr in Augustdorf nahm die Zahl der Schüler stark zu, so dass in den 1960er Jahren eine neue Zentralschule gebaut wurde. Die Nutzung des Gebäudes als Schule wurde im Jahr 1965 aufgegeben. Die Alte Schule wurde an eine Näherei verpachtet. Außerdem nutzten die AWO und das DRK (Kleiderstube) das Haus. Seit 1981 befindet sich ein Jugendtreff in dem Haus.

 

 

Evangelische Dorfkirche

 

DorfkircheDer Bruchstein-Saalbau mit dreiachsigem Langhaus, erhöhtem Querhaus, Rechteckchor und vor dem straßenseitigen Giebel stehenden Turm mit Pyramidendach wurden 1875 errichtet nach Plänen des lippischen Domänenbaurates Merckel als Nachfolger einer alten Fachwerkkapelle von 1800. Er ist somit der erste massive Kirchbau im Kolonat Augustdorf.

 

Eine ausführliche Beschreibung der alten Dorfkirche finden Sie hier: http://www.dorfkirche-augustdorf.de/kirche-kirche/

 

Kötterhaus an der Haustenbecker Straße 107 (Rühlmannstätte)

 

RühlmannstätteBei dem Fachwerkhaus handelt es sich um eines der letzten Kötterhäuser der Gemeinde Augustdorf. Bedingt durch die kurze Siedlungsgeschichte ist das Kötterhaus in seiner historischen Bausubstanz ein Merkzeichen für die Gründerjahre der Gemeinde Augustdorf.

 

Das Haus ist eine vierständiger Fachwerkbau des späten 18. Jahrhundert von 5 Gebinden Länge mit Mitteldeele und gleichzeitig errichteter Kübbung an der linken Traufseite. Im Wandgefüge befinden sich drei Riegelketten und vereinzelt lange, oben gekrümmte Fußstreben. Vorder- und Rückgiebel sind auf eingezapften Balkenköpfchen knapp vorgekragt und verbrettert. Der Torbogen hat keine Inschrift. Das Satteldach ist mit Tonziegeln gedeckt.

 

Ein quer zum Torgiebel an der rechten Traufseite errichteter z. Z. massiver Anbau mit Wellasbest-Zementdeckung ist eine jüngere Hinzufügung und nicht denkmalwert.

 

An seiner Erhaltung und Nutzung besteht gemäß § 2.1 DSchG aus volkskundlichen und städtebaulichen (siedlungsgeschichtlichen) Gründen ein öffentliches Interesse.

 


Haustenbecker Allee

 

Haustenbecker AlleeDie Haustenbecker Allee ist eine historische Wegstrecke, die 1880 als 'Haustenbecker Allee' im Urkataster des Fürstentums Lippe eingemessen wurde und als eigenständiges Flurstück mit der Bezeichnung 'Der Landweg' dargestellt ist. Die heutige Landstraße 942 (Oerlinghausen – Paderborn) führt in dem betreffenden Teilstück in geradem Verlauf vom nordöstlichen Ortsausgang des ehemaligen Dorfes Haustenbeck nach Augustdorf. Sie wird von einer weitgehend geschlossenen Allee von Lindenbäumen gesäumt.

Die aktuell ca. 160 Linden sollen nach der Aussage von Zeitzeugen 1920 gepflanzt worden sein. Das nahezu vollständig erhaltenen Basalt-Kopfsteinpflaster wurde von 1937 bis 1939 eingebaut.

Die Haustenbecker Allee ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Lippe, weil sie als Verbindung zwischen dem mit der Anlage des Truppenübungsplatzes Senne aufgegebenen Dorfes Haustenbeck und dem nördlich gelegenen Ort Augustdorf einen wichtigen Straßenabschnitt durch die Senne bildet. Die Allee ist als 'Haustenbecker Allee' auch überregional bekannt und trägt dazu bei, die ehemalige Existenz des Ortes Haustenbeck im Bewusstsein der Bevölkerung zu erhalten. An der Erhaltung und Nutzung dieses gestalteten Landschaftsteils in der Senne südwestlich des Teutoburger Waldes besteht daher gemäß § 21 DSchG NW aus wissenschaftlichen, insbesondere orts- und regionalgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse.

Die Denkmaleigenschaft umfasst die Lindenbäume und das Straßenpflaster.


Grabhügel auf dem Standortübungsplatz Stapel

 

Insgesamt 36 Grabhügel sind als Bodendenkmäler geschützt. Sie sind zwischen 0,4 m und 1,5 m hoch und haben  Durchmesser zwischen 10 und 29 m. Errichtet wurden sie in der Bronzezeit.

Die Unterschutzstellung erfolgte 1996. Die 36 Hügelgräber sind die Reste eines Grabfeldes, das nach Kartierungen aus den 1930er Jahren einmal 44 Grabhügel umfasste. Sie wurden durch Raubgrabungen Anfang des 20. Jahrhunderts sowie durch die militärische Nutzung der Stapelager Senne erheblich beschädigt.

Die Grabhügel sind unterschiedlich alt: Ältere Grabhügel sind aus Sand gebaut worden, jüngere aus Plaggen. Im Zentrum und an den Rändern der Hügelschüttungen wurden Pfostengruben gefunden, die auf Holzeinbauten und Umhegungen hinweisen.

In allen Hügeln wurden Nachbestattungen aus der Eisenzeit festgestellt.


Ehemaliges Gestüt und Jagdschloss Lopshorn

 

LopshornDas Gestüt und Jagdschloss Lopshorn am Rande der Senne wurde nach dem Ende des 30jährigen Krieges von Graf Hermann Adolf zur Lippe angelegt und diente der  Zucht der Sennerpferde, die zuvor nahe des Donoper Teiches untergebracht waren. Ein bereits mit dem Gestüt verbundenes und 1657 errichtetes einfaches Jagdhaus war 1685 durch das größere und schlossähnliche Gebäude abgelöst worden, das im Grundriss bis zu seiner Zerstörung am 11. Juni 1945 erhalten blieb. Nord- und südöstlich wurden die langgestreckten Gebäude des Zeughauses für die Kutschen und des Pferdehauses errichtet, ihre mittigen Eingänge durch Mittelrisaliten und Dachreiter architektonisch hervorgehoben. Aus der Anfangszeit der Anlage stammen ebenfalls der nördlich des Herrenhauses angelegte Brunnen mit Brunnenhaus, der 1685 noch einmal erheblich tiefer gegraben wurde, sowie die südöstlich gelegenen Überreste der 1690 errichteten mehrteiligen Meierei.

 

Die Dreiflügelanlage des herrschaftlichen Komplexes, deren Umgrenzung auf drei Seiten durch die Außenseiten der Gebäude hergestellt war, öffnete sich mittig zu der von Osten kommenden Eichenallee. Zwei schlichte Torpfeiler mit den Wappenschilden des Bauherrn von 1685 und seiner Ehefrau, 1869 durch die Sandsteinfiguren von zwei Hirschen ergänzt, markierten den Eingang in die Anlage. Ein gewisser Abschluss war auf der Ostseite durch zwei quer gelagerte und mit Pferde- und Zeughaus nur mit einer Mauer verbundenen Häuser gegeben. Hier waren der Gestütswärter südlich, die Forstbediensteten nördlich des Einganges untergebracht; der verbliebene Raum bis zu den Torpfeilern war durch einen Zaun/

Mauer vom Umland geschieden.

 

Das Zeughaus soll zu Beginn des 19. Jahrhunderts abgebrannt und wiederaufgebaut worden sein, von ihm stammen zwei noch erhaltene Wappensteine der gräflichen Familie von 1718 und 1734. Veränderungen des Äußeren wie des Inneren prägten das gesamte 19. Jahrhundert, in dem u. a. der in klassizistischen Stilformen gestaltete Vorbau des Schlosses entstanden ist.

 

Hinzuweisen ist auf den weitläufigen, von einer Wallhecke eingeschlossenen Garten westlich des Haupthauses, der etwa so viel Fläche wie der Gebäudekomplex einnahm und dessen Struktur auf einem Grundrissplan von 1848/49 zu erkennen ist.

 

Stiche, Grundrisse und Ansichten der Schlossanlage sind seit dem 17. Jahrhundert vorhanden: Noch den ältesten Gebäudebestand zeigt der Stich von Elias Lennep, wobei der herrschaftliche Bau nicht hervorsticht. Damals war die Anlage offensichtlich nur von einem einfachen Zaun umgeben. Auf der Karte des Oberförsters Feige von 1756 ist die 1685 wesentlich umgestaltete Anlage, zu der

eine Baumallee hinführt, zuerst im Grundriss und Aufriss abgebildet, eine Ansicht der Gesamtanlage stammt überdies von 1794. Die bauliche Entwicklung des Hauptgebäudes ist anhand von Bauentwürfen und Grundrissen hinreichend dokumentiert.

 

Nach der Abdankung des Fürstenhauses 1918 verblieb Graf Leopold IV. neben dem Residenzschloss in Detmold auch das herrschaftliche Haus Lopshorn, doch war die Meierei schon seit 1911, das Gestüt seit 1919 an den Verband der lippischen Pferdezüchter verpachtet (bis 1928).

 

Bei einem Brand kurz nach Kriegsende am 11. Juni 1945 wurde Lopshorn bis auf die Umfassungsmauern zerstört. Wie Fotographien zeigen, waren die Gebäude vollständig ausgebrannt, aber die Mauern bis in die 60er Jahre im Aufgehenden erhalten, so dass der Grundriss Eingang in die DGK 1:5000 gefunden hat.

 

Das Jagdschloss und Gestüt Lopshorn mit einer eigenständigen und von jeher zugehörigen Meierei besitzt Bedeutung für die Geschichte und Entwicklung nicht nur der Gemeinde Augustdorf, sondern des Kreises Lippe. Eine solche Anlage in der Verbindung von adeliger Freizeitkultur und wirtschaftlich betriebener Pferdezucht,

die seit 1538 belegt ist und die weiten Heidegebiete der Senne genutzt hat, ist in Westfalen beispiellos. Wissenschaftliches Interesse kommt der Anlage zu, weil die bauliche Ausgestaltung in der Frühzeit (Zeit des anfänglichen Jagdhauses) nicht bekannt ist, aber von einer Baustruktur ausgegangen werden muss, die nicht der nach 1685 (Jagdschloss) entsprochen hat.

 

Nach § 2 Denkmalschutzgesetz handelt es sich daher bei dem Standort des Jagdhauses Lopshorn mit Gestüt, Garten und späterer Meierei um ein Bodendenkmal, an dessen Erhaltung ein öffentliches Interesse besteht, weil es Erkenntnisse über Bau- und Wohnstrukturen sowie Freizeitkultur und Wirtschaft einer adeligen Familie aus der Frühneuzeit enthält, die für die Geschichte des Menschen und die Siedlungsgeschichte des Raumes von Bedeutung sind und weil hierfür wissenschaftliche Gründe vorliegen.

 

Die Ruine des Jagdhauses Lopshorn befindet sich auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Senne, der den britischen Streitkräften im Rahmen völkerrechtlicher Vereinbarungen zur ausschließlichen militärischen Nutzung überlassen ist. Aufgrund der Eintragung in die Denkmalliste können keine Zwangsmaßnahmen gegenüber den britischen Streitkräften ergriffen werden. Gegen den Willen der britischen Streitkräfte dürfen das Übungsgelände nicht betreten und keine Maßnahmen durchgeführt werden. Dies gilt für die Dauer der militärischen Zweckbindung der Liegenschaft. Für den Fall, dass die Bundeswehr Anschlussnutzer ist, entfallen die sich aus der Exemtion der britischen Streitkräfte ergebenden Besonderheiten.

Eine ausführliche Darstellung des ehemaligen Jagdschlosses und Gestüts Lopshorn finden Sie hier: http://www.schloss-lopshorn.de/chronik_ursprung.html

 

Katholische Kirche ‚Maria, Königin des Friedens‘

 

Denkmalwerte Beschreibung sowie Begründung:

 

Denkmalwert ist das Kirchenschiff mit dem Turm und dem Sakristeianbau.

 

Im Jahre 1937 war die erste Kaserne als Reichsarbeitsdienstlager (Nordlager) errichtet und von hier aus der militärische Übungsplatz in der Senne auf Augustdorfer Gebiet erweitert und zum Standort eines ErgänzungsbataIlions ausgebaut worden. Nach dem 2. Weltkrieg war die Kaserne als Lager für 'displaced persons' genutzt worden.

 

Nach der Gründung der Bundeswehr und dem Aufbau der Strukturen in zunächst sieben Divisionen wurden zum 1. April 1957 in der Bundesrepublik Deutschland die ersten Wehrpflichtigen einberufen. Am 26.07.1957 bezogen Soldaten des Panzerbataillons 1 (aus Dedelstorf, Lüneburger Heide) das ehemalige Lager. Durch die Stationierung der Bundeswehr erlebte die Gemeinde Augustdorf einen starken Bevölkerungszuwachs. 1959 wurden zwei Wohnsiedlungen für Soldaten und in den Folgejahren zwei Kindergärten, zwei Schulen und ein Freibad errichtet.

 

Etwa 60 % des Gemeindegebietes werden von militärischen Einrichtungen eingenommen: Truppenübungsplatz Senne, Standortübungsplatz Stapel und Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne. Augustdorf ist Standort der Panzerbrigade 21 'Lipperland', die zu den Eingreifkräften des deutschen Heeres gehört, sowie Sitz des Bundeswehr-Dienstleistungszentrums Augustdorf, das die militärischen Dienststellen und Liegenschaften im Regierungsbezirk Detmold verwaltet.

 

Die Entwicklung der Kirchengemeinde Augustdorf ist seit 1800 nachvollziehbar, als eine Fachwerkkirche auf dem im Jahre 1784 als Friedhof von der Parochie Stapelage zur Verfügung gestellten Platz errichtet wurde. Die Filialkirche wurde von Stapelage aus betreut und 1817 selbstständige Pfarrei. Wegen Baufälligkeit wurde die erste Kirche abgerissen und 1875/76 durch eine ev.-ref. Pfarrkirche nach den Plänen des

Domänenbaurates Ferdinand Ludwig Merckel ersetzt.

 

Im zweitgrößten Bundeswehrstandort der Bundesrepublik Deutschland für die Soldaten und ihre Familien wurden zwei Pfarrkirchen mit Gemeindebauten errichtet:

 

Im Jahre 1959 die katholische Standortkirche Hf. Maria Königin des Friedens und 1963 die evangelisch-reformierte Militärkirche. Beide liegen nordöstlich des Ortszentrums Augustdorf am Kasernentor, umgeben von Freiflächen, Feldern und einzelnen Häusern.

 

Nach der Grundsteinlegung am 17. Juni 1959 durch den Militärbischof Josef Kardinal Wendel weihte der Paderborner Erzbischof Lorenz Jäger im Oktober 1960 die Standortkirche ein.

 

Zu der Standortkirche gehören Pfarrvikarie, Küsterhaus und Pfarrheim, die ebenfalls 1959/60 entstanden.

 

Die Kirche besteht aus einem länglichen, rechteckigen Baukörper unter Satteldach, einem freistehenden Turm über quadratischem Grundriss und einer Sakristei, die ebenso wie der Turm durch einen niedrigen Gang mit dem Kirchenschiff verbunden ist. Das Gebäude wird durch das konstruktive Gefüge aus Rahmenwerken bestimmt. Diese Rahmenbinder bilden acht Joche und folgen vertikal den Außenwänden und geneigt den Dachschrägen. Diese Betonbalken werden bis zum Erdboden herunter

geführt und wirken wie die seitliche Verspannung eines Zeltes. Der schlanke Turm mit hohen, durch Betonlamellen verkleidete Schallöffnungen und allseitig kleinen, übereinander angeordneten quadratischen Fenstern hat mittig eingekerbte Trauflinien, wodurch dynamisch zum Himmel weisende Ecken entstehen, und ist mit einem Kreuz bekrönt. Die Wandkompartimente zwischen den Betonrahmen sind mit roten ZiegeIsteinen gefüllt. Der ungegliederten Westfassade ist ein kubischer Windfang mit Eingang von Süden vorgelagert. Er wird belichtet durch ein raumhohes rechteckiges Fenster aus Beton-Glas-Formsteinen (Entwurf: Josef Jost). Die gleichen Elemente belichten auch das Kirchenschiff, wo sie oberhalb der die Joche ausfüllenden Ziegelwände zweireihig und an den Wänden des nördlich etwas eingezogenen Altarraumes vollflächig angeordnet sind, außerdem den Verbindungsgang zur Sakristei.

 

Die östliche Giebelfassade als Altarraumwand weist ein asymmetrisch angeordnetes Lichtband aus stark farbigem Betonglas auf, das nördlich ein breites, raumhohes Fenster bildet. Ein schmales Betonglas-Lichtband begleitet auch die vertikalen und schrägen Abschlüsse der gegenüber liegenden westlichen Ziegelwand. Das Satteldach ist mit rotbraunen Ziegelpfannen gedeckt.

 

Das Innere des längsgerichteten Kirchenraumes ist zeltähnlich gebildet mit gliedernden Betonbindern an Decke und Wänden. Die Zwischenräume der Decke sind mit horizontalen Brettern verkleidet, die Wände mit Ziegelsteinen und Beton-Glas-Elementen. Jeder dieser Betonsteine hat regelmäßig durch Bleistege vierfach geteilte Scheiben in unterschiedlichen Blau-Grau-Tönen, von denen jeweils das größte eine stilisierte Kreuzform zeigt. Der Fußboden ist mit dunklen Marmorplatten belegt, der Altarraum um drei Stufen erhöht. Die West- und die Ostwand sind verputzt. Mittig auf der Ostwand befindet sich ein großes Kruzifix als Balkenkreuz. Das große Glasbetonfenster links davon zeigt Maria, die Mutter Gottes, der als Königin des Friedens diese Kirche geweiht ist.

 

Altar und Ambo sind aus hellem grünlichen Marmor schlicht gestaltet (Entwurf: Aloys Sonntag). Der Tabernakel ist eine Edelstahlarbeit. Weitere Ausstattungsgegenstände haben direkte Bezüge zum Militärstandort, nämlich drei aus Patronenhülsen des Kampfpanzers "Leopard" der Bundeswehr gefertigte Kerzenständer und das aus der Maschine eines Kriegsschiffes hergestellte Taufbecken. Vor der Westwand ist eine

Orgelempore eingestellt auf schlanken Stützen, die über eine Wendeltreppe zugänglich ist. Die Nordwand hat zwei Nischen für Beichtstühle, von denen einer bauzeitlich erhalten ist. Die andere Nische wurde umgestaltet zu einer Gedenkstätte an den selig gesprochenen Militärgeistlichen Rupert Mayer, der in beiden Weltkriegen tätig war und vom Unrechtsregime verfolgt wurde.

 

Das liturgische Gerät aus der Bauzeit ist nicht Bestandteil der Eintragung.

 

Die zeitgleich errichteten Gemeindebauten, Pfarrvikarie, Küsterhaus und Pfarrheim begrenzen den Vorplatz nach Norden und Süden. Es handelt sich um schlichte funktionale Ziegelgebäude, die modernisiert wurden (nicht denkmalwert).

 

Dieses nach dem Entwurf des Siegener Architekten Aloys Sonntag errichtete Bauwerk ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in der Bundesrepublik Deutschland, denn es war die erste nach dem Zweiten Weltkrieg staatlich finanzierte katholische Garnisonkirche. Garnison- oder Standortkirchen wurden seit dem beginnenden 20. Jahrhundert für stationiertes Militär und dessen Angehörige durch den Staat errichtet bzw. bestehende Sakralbauten wurden zu Garnisonkirchen umgenutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Garnisonkirchen, soweit sie

nach dem Bombenkrieg noch bestanden, durch örtliche Kirchengemeinden

weitergenutzt. Hier in Augustdorf wurde die katholische Militärkirchengemeinde

mit der zivilen Pfarrgemeinde verbunden. Die Kirchengemeinde Maria, Königin des Friedens als seelsorgerische und funktionale Einheit bestand bis 2002.

 

An der Erhaltung und Nutzung besteht daher gem. § 2.1 DSchG NW aus wissenschaftlichen, insbesondere ortshistorischen Gründen ein öffentliches Interesse. Baugeschichtliche Erhaltungsgründe werden angeführt, weil die architektonische Gestalt dieses Bauwerks die Form eines seitlich abgespannten Zeltes aufgreift und damit sowohl an das "heilige Zelt" israelischer Nomadenstämme

biblischer Zeit als auch Mannschaftszelte von Soldaten erinnert. Dieser Sakralbau in Augustdorf ist das seltene Beispiel einer Kirche, die nicht nur der Funktion nach, sondern auch in der formalen Gestaltung (abgespanntes Militärzeit) und durch die Lage am Kasernentor deutlich als Garnisonkirche erkennbar ist. Dieser Bezug verdeutlicht zusammen mit dem Patrozinium der Gottesmutter als Friedenskönigin die Aufgabe der Kirche und den Auftrag der Bundeswehr, für den Frieden der Welt einzutreten.

 

Außerdem werden städtebauliche Gründe angeführt, weil diese Standortkirche vor dem Tor der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne am Rande des ausgedehnten Truppenübungsplatzes Senne zusammen mit der östlich gelegenen evangelisch-reformierten Militärkirche (Fertigstellung 1963) und den zur Wahrnehmung der seelsorgerlichen und gemeindlichen Aufgaben errichteten Begleitbauten eine geplante Siedlung darstellt und einen Identifikationspunkt bildet. Der dem Westgiebel

vorgelagerte Vorplatz, der sich als offene Rasenfläche über eine Treppe in die leicht fallende offene Landschaft öffnet, ist Teil der Gesamtkonzeption und ebenso erhaltenswert wie die Gemeindebauten.

 

Entscheidend für die Denkmaleigenschaft ist die Bedeutung als erste durch das Verteidigungsministerium veranlasste Soldatenkirche.

Eine ausführliche Beschreibung der alten Dorfkirche finden Sie, wenn Sie auf http://www.pastoralverbunddetmold.de/ uUnter ‚Unser Pastoralverbund und seine Gemeinden‘ die Gemeinde ‚Maria, Königin des Friedens‘ auswählen.

 

Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71

 

Das Denkmal für die im Krieg 1870/71 Gefallenen des Infanterieregiments Graf Bülow von Dennewitz No. 55 (6. Westfälisches) besteht aus einem zylindrischen Sandsteinpfeiler auf quadratischem, durch Abkantung in einen Polygon übergehenden Sockel. Es hat eine kuppelige Bekrönung mit vier schildartigen Akroteren und darauf einem Eisernen Kreuz. Das Denkmal begleiten zwei belgische Festungsgeschütze auf eisernen Lafetten, die nach älteren Angaben aus dem Krieg 1870/71 stammen, nach jüngeren jedoch erst im Jahr 1881 gebaut und vermutlich im 1. Weltkrieg erbeutet wurden. Es handelt sich um ein bewegliches Denkmal.

 

Das Denkmal stand ursprünglich in der ehem. 55er Kaserne in Detmold (Bielefelder Straße/ Emilienstraße). Nach der Beendigung der militärischen Nutzung wurde es 1996 in der GFM-Rommel-Kaserne in Augustdorf aufgestellt, und zwar zunächst vor dem Gebäude es Verteidigungsbezirkskommandos 35 (VBK 35). Das VBK 35 zog ein Jahr zuvor von Detmold nach Augustdorf um. Nach der Auflösung des VBK 35 im Jahr 2006 wurde das Denkmal in den Bereich des Ehrenhaines nahe dem Nordtor der GFM-Rommel-Kaserne verlagert.



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