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Kosten nicht für die Variante II der Freibadsanierung geschätzt

08.09.2017

 

In der Kostenschätzung der Fraktionen von SPD, FWG und FDP zum Freibad fehlen große Positionen

 

 

 

Die im Haupt- und Finanzausschuss am 05.09.2017 von den Fraktionen von SPD, FWG und FDP vorgelegte Kostenschätzung lässt große Ausgabeposten der Variante II außen vor, stellt Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf fest. Insbesondere fehlen Kosten für den Neubau der Betriebsgebäude, für die Verlegung des Eingangsbereichs in den westlichen Teil sowie für die Beauftragung von Fachplanern.

 

Der Gemeinderat hatte am 23.02.2017 auf Vorschlag und mit den Stimmen von SPD, FWG und FDP den Bürgermeister beauftragt, unverzüglich mit der Umsetzung der Sanierung des Freibades auf Grundlage der Variante II zu beginnen. Der Beschluss wurde durch die Ablehnung des Bürgerbegehrens am 29.06.2017 bestätigt. Kernbestandteile der Variante II sind der Wegfall des Sprungbereichs, die Verkürzung des 50m-Beckens, der Neubau der Betriebsgebäude, die Verlegung der Technik in die alte Sprunggrube sowie ein neuer Eingangsbereich im Westteil des Freibads. Bis auf die Betonwanne sollte das Freibad komplett erneuert werden. Dafür sprechen auch Gründe der Wirtschaftlichkeit, denn nur so können Folgekosten in den Nachfolgejahren so gering wie möglich gehalten werden.

 

Für den Neubau der Betriebsgebäude stehen in der ersten Kostenschätzung der Verwaltung aus dem Jahr 2014 zusammen 820.000 € (ohne Mehrwertsteuer und Planungskosten). Für Planungskosten setzen Fachleute in einer Kostenschätzung 22% an. Inklusive Planungskosten liegt man dann für die Gebäude bei 1 Mio. € netto bzw. 1,2 Mio. € brutto. Die Planungskosten für die gesamte Variante II waren mit ca. 550.000 € zu schätzen (ohne Mehrwertsteuer).

„Einen Großteil der Unterschiede zwischen der Kostenschätzung der drei Fraktionen und der der Verwaltung lässt sich dadurch erklären, dass die drei Fraktionen einen wesentlichen Teil der Kosten der Variante II nicht berücksichtigen“, schließt Dr. Wulf. Die Preisdifferenzen zwischen Edelstahl und GFK fielen demgegenüber weniger ins Gewicht. Nach dem Eindruck des Bürgermeisters bezieht sich die vorgelegte Kostenschätzung eher auf die Variante I als auf die Variante II.

 

„Dass es kurzfristig billiger geht, hat die Verwaltung immer gesagt“, betont der Bürgermeister. Deshalb hatte die Verwaltung schon 2014 die Variante I entwickelt. Bei dieser würden die bestehenden Gebäude sowie das Becken wie vorhanden erhalten bleiben. Das Becken würde neu ausgekleidet, die Gebäude würden saniert  werden.

 

Der Rat hat sich aber mit der Mehrheit von SPD, FWG und FDP bewusst gegen die  Variante I entschieden, weil diese weniger nachhaltig ist und mit erheblichen Folgekosten verbunden wäre. „Wenn schon sanieren, dann richtig“, war das Motto. Die Variante II war auch Grundlage des Finanzierbarkeitsgutachtens (CONCUNIA-Gutachten), der Schalltechnischen Machbarkeitsstudie, der Stellungnahme des Fachanwalts zum Lärmschutz sowie der Bauvoranfrage.

 

Der Bürgermeister kann nicht nachvollziehen, dass er mit der Mehrheit der drei Fraktionen beauftragt wurde, die Variante II umzusetzen, und diese Fraktionen dann – ohne den Bürgermeister zu informieren – Angebote für eine andere Variante einholen bzw. Kosten für eine andere Variante schätzen und öffentlich verbreiten. Die Variante II ist auch Bestandteil des Ratsbeschlusses, den die Bürger am 24.09.2017 beim Bürgerentscheid aufheben oder bestätigen können.

 

Auch hält Dr. Wulf die Methodik der Kostenschätzung der drei Fraktionen in Teilen für fragwürdig. Diese basiert auf der Sanierung des Freibads der ca. 20.000 Einwohner großen Kommune Bergneustadt. Vor der Sanierung in den Jahren 2011/ 2012 hatte der dortige Freibadförderverein das Bad von der Stadt übernommen. Der Freibadförderverein konnte umfangreiche Spendenmittel einwerben und nahm einen Kredit in Höhe von 1,2 Mio. € auf. Insgesamt hat der Freibadförderverein nach Berichten 1,9 Mio. € in das Freibad investiert. Inzwischen hat er nach Presseberichten erhebliche Probleme, ehrenamtliche Helfer zu gewinnen. Auch in Augustdorf fand der Freibadförderverein zuletzt zu wenig Helfer. Eine Übernahme des Bades hatte er stets abgelehnt.

 

Die drei Fraktionen haben zum einen ausgewählte Positionen, zum anderen die Gesamtkosten der Freibadsanierung von Bergneustadt mit einem Teuerungszuschlag von 10% versehen und dann auf die Wasserfläche (in Bergneustadt ca. 1.000 m²) bezogen. Den so ermittelten Quadratmeter-Preis haben sie auf eine Wasserfläche von ca. 700 m² bezogen. Dabei wird unterstellt, dass die Kosten für z.B. Pumpen, Filter, Leitungen oder elektrische Anlagen eng mit der Wasserfläche verknüpft sind. Tatsächlich hängen die Kosten von technischen Einrichtungen eher von dem Wasserumsatz, also dem Volumen, die Kosten von Leitungen von deren Länge ab. Insofern dürfte die Kostenschätzung der drei Fraktionen für Augustdorf tendenziell eher zu gering ausfallen.

 

Die Verwaltung hatte bei ihrer groben Kostenermittlung verschiedene Quellen und Referenzprojekte herangezogen und sich nicht nur auf Projekte eines GFK-Anbieters gestützt. „Eine zuverlässigere Kostenschätzung können wir nur erhalten, wenn wir Fachplaner beauftragen“, schließt der Bürgermeister: „Unabhängig davon, ob die Freibadsanierung über 2 oder über 3 Mio. kosten würde: Jeder Cent wird für die Schulen und andere Pflichtaufgaben benötigt.“  



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