ANTRAG AUF AUSSTELLUNG EINES EINTRAGUNGS- SCHEINES BEI DER GEMEINDE AUGUSTDORF

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Geschichte

Augustdorf ist eine junge Gemeinde. Zwar hielten sich schon die Sammler und Jäger der mittleren Steinzeit im heutigen Augustdorf auf. Und die Menschen der Jungsteinzeit sowie der Bronzezeit schufen zahlreiche Hügelgräber. Aber eine dauerhafte Siedlung entstand wohl erst 1775. Dieses Jahr gilt als Gründungsjahr von Augustdorf (Augustdorf ist damit etwas älter als die USA; "erst" am 04.07.1776 erklärten sich 13 britische Kolonien in Amerika für unabhängig von Großbritannien).

 

Am 11. Dezember 1775 unterzeichnete Graf Simon August zur Lippe einen Meierbrief für den vormaligen Retlager Müller und damaligen Barntruper Bürger August Simon Struß. Der Meierbrief ist die erste Augustdorfer Urkunde. Er verlieh dem Antragsteller das Recht, am Dören ein Kolonat und einen Krug anzulegen. Im darauffolgenden Frühjahr entstand dann die erste Hütte, die Struß selbst angelegt hat.

 

Der Ort war gut gewählt: Vor der Dörenschlucht trafen mehrere uralte Herr- und Handelswege zusammen, von denen der bedeutendste der Frankfurter Weg war. Dieser Verband Süddeutschland mit Norddeutschland und Skandinavien. Ein Hinweis auf das hohe Alter der Wege sind die zahlreichen Hügelgräber, die sich entlang der Wege aufreihen. Diese Wege sollen auch von den Römern und Germanen genutzt worden sein, als sie im Jahr 9 n.Chr. in der sog. Varusschlacht aufeinandertrafen. Die Dörenschlucht gilt seit langer Zeit als möglicher Ort der Schlacht.

 

Dass die Senne nicht schon früher besiedelt worden ist, lag an den nährstoffarmen, trockenen Sandböden. Die Erträge waren gering, das Grundwasser fern. Weil die Senne noch im 18. Jahrhundert weitgehend entwaldet war, waren die Unterkünfte der ersten Siedler zudem mitunter starken Winden ausgesetzt. Das Leben der Siedler war sehr beschwerlich. Die Armut der Sennebewohner war den Bewohnern der umliegenden Städte wohl bekannt. Viele Jahrzehnte mußten die Männer im Sommer auf Wanderschaft gehen (z.B. als Ziegler oder Grasmäher in Holland), um ihre Familien ernähren zu können.


Im Jahre 1779 wurde der Anbauplan eines neuen Dorfes am Dören festgelegt. Bereits im Jahre 1782 wurde der erste Schulunterricht in dem Raum eines Privathauses abgehalten. Das neue Schulhaus konnte 1782 fertiggestellt und seiner Bestimmung übergeben werden. Ein Jahr später wurde den Neuwohnern am Dören in der Nähe der Schule ein Friedhof ausgewiesen.

 

Im Jahre 1789 erhielt das Dorf zur Erinnerung an den lippischen Grafen Simon August, der am 1. Mai 1782 starb, den Namen Augustdorf.

 

1800 endstand eine Kapelle als Filialkirche von Stapelage. Der Sohn des Pfarrers Jenin aus Stapelage betreute die Kapelle in Augustdorf bis 1817. In diesem Jahr wurde Augustdorf selbständige Pfarrei. In den Jahren 1875/76 entstand die heutige Kirche zu Augustdorf.

 

1887 wurde in der Gaststätte 'Zur Linde' die erste Poststelle eingerichtet. Ein neues Postgebäude konnte 1908 seiner Bestimmung übergeben werden. Der erste Jahrmarkt wurde am 10. Oktober 1844 auf dem Bentbrinke abgehalten. Bedeutung erlangte er jedoch erst 1855, als man ihn um einen Monat verschob. In den 20er Jahren wurden jährlich vier Märkte abgehalten, davon zwei reine Viehmärkte und zwei Kram- und Viehmärkte.

 

Die Entwicklung von Augustdorf im 20. Jahrhundert wurde durch das ursprünglich für den Reichsarbeitsdienst angelegte Lager Augustdorf bestimmt. Es entstand 1937 im Zuge der Erweiterung des Truppenübungsplatzes in der Senne erhielt den Namen Nordlager. Hier war ein Ergänzungsbataillon untergebracht. Die Kapazität des Lagers erweiterte sich ständig und lag am Ende des 2. Weltkrieges bei 16.000 Mann.


Augustdorf erlebte das Ende des 2. Weltkrieges zu Ostern 1945. Damals kämpften amerikanische Soldaten gegen die Reste der deutschen Armee, die den Auftrag hatten, die Dörenschlucht zu halten. Die Amerikaner befreiten die überwiegend russischen Gefangenen des Stammlagers (Stalag) 326 im benachbarten Stukenbrock. Ein großer Teil der Befreiten wurde in der Augustdorfer Kaserne untergebracht. Den ehemaligen russischen Kriegsgefangenen fielen unter anderem das Gestüt und Jagdschloß Lopshorn sowie das Forsthaus und die spätere Gaststätte Hartröhren, mitten im Teutoburger Wald gelegen, zum Opfer. Beide Einrichtungen wurden geplündert und dann in Brand gesteckt.

 

Die russischen Befreiten blieben nur kurze Zeit. Ihnen folgten Menschen polnischer und baltischer Herkunft, die zum Teil bis 1958 Gebäude des Lagers belegten. Dann verließen auch die letzten dieser "Ausländer" die Gemeinde, und zwar meist in Richtung Amerika.

 

1957 zog die Bundeswehr in Augustdorf ein. Sie baute den Standort zu dem zweitgrößten der Bundesrepublik Deutschland aus. Für die Bundeswehrsoldaten und ihre Familien wurden zwei große Wohnsiedlungen errichtet. Viele Soldatenfamilien blieben auf Dauer in Augustdorf und bauten eigene Häuser.

 

Die industrielle und gewerbliche Entwicklung Augustdorfs setzte verhältnismäßig spät ein. Im Jahre 1950 gab es in Augustdorf vier größere gewerbliche Unternehmen und 15 kleinere Handwerksbetriebe. 1957 wurden mit einem Leitplan die ersten Flächen zur Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben ausgewiesen, und zwar zunächst rd. 30 ha. 1966 wurde das Industrie- und Gewerbegebiet auf 45 ha erweitert, 1974 auf 63 ha. Heute sind ca. 550 Gewerbebetriebe in Augustdorf ansässig.


Durch den Zuzug von Flüchtlingen, Gastarbeitern und Soldatenfamilien wuchs die Einwohnerzahl rapide an. 1948 zählte Augustdorf 3.000 Einwohner. 1968 waren es 6.400. Bis 1982 wuchs die Zahl allmählich auf 7.464. Dann ging es bis 1987 bergab. In diesem Jahr setze ein starker Zuzug von Spätaussiedlern aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion ein. Die deutschstämmigen Menschen nutzten die Öffnung der Grenzen, um in die Heimat ihrer Vorfahren zurückzukehren. Deutschland hatte Not, die vielen Spätaussiedler unterzubringen. In Augustdorf standen 1987 in der für Soldaten gebauten Siedlung 'Am Dören' rund 100 Wohnungen leer. Hier zog ein großer Teil der Spätaussiederfamilien ein. Der Zustrom hielt auch in den Folgejahren an. Bis 1999 wuchs die Einwohnerzahl auf 10.207 an. Seitdem ist sie wieder rückläufig.

 

Durch den massiven Einwohneranstieg war Augustdorf gezwungen, massiv in die Infrastruktur zu investieren. Die kommunalen Einrichtungen der Gemeinde Augustdorf umfassen heute eine Realschule, eine Hauptschule, zwei Grundschulen mit OGS, einen Kunstrasenplatz mit Flutlichtanlage, einen Rasenspielplatz mit Flutlichtanlage, ein beheiztes Freibad, zwei Großraum-Sporthallen, zwei Turnhallen, fünf Kindergärten und eine Gemeindebücherei mit rd. 10.000 Medien.

 

Augustdorf ist die einzige lippische Gemeinde, die durch die kommunale Neugliederung 1970 nicht betroffen wurde. Dies hat seine Gründe einmal in der geographischen Lage und zum anderen in der Stellung als einer der größten Bundeswehrstandorte Deutschlands.



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