Schulentwicklungsplanung
Im Jahr 2009 beantragte die CDU-Fraktion im Gemeinderat, den Schulentwicklungsplan der Gemeinde fortzuschreiben. Mit dem Haushaltssicherungskonzept 2010 beschloss der Rat einstimmig, einen Schulentwicklungsplan erstellen zu lassen. Der Schulentwicklungsplan soll als Grundlage für Entscheidungen des Rates zum Betrieb der Schulen und der Schulsporteinrichtungen dienen. Vor dem Hintergrund rückläufiger Schülerzahlen wurde das Ziel formuliert, nicht mehr benötigte Gebäude, Gebäudeteile oder Räume aus der Nutzung zu nehmen oder für andere Zwecke oder andere Nutzer zur Verfügung zu stellen. Insbesondere sollte geprüft werden, ob die Gemeinde als Schulträger auf Dauer zwei selbständige Grundschulen betreiben muss.
Es sollte also ausdrücklich geprüft werden, ob durch die Aufgabe oder Umnutzung von Schulgebäuden erhebliche Einsparungen erreicht werden können.
Die Schülerzahlen waren zum 15.10.2009 auf 1.166 gesunken. Gegenüber dem Höchststand vom 15.10.2010 (1.610) war das ein Rückgang um fast 450 Schüler. Insbesondere die Zahl der Grundschüler verringerte sich von 803 im Jahr 1997 auf 497 im Jahr 2009. Diese Abnahme wird zeitversetzt auch in der Real- und der Hauptschule wirksam.
Die vier Augustdorfer Schulen hatten im Jahr 2009 zusammen ein negatives Jahresergebnis von 1,2 Mio. Euro. Zusammen mit den für den Schulsport genutzten Sporthallen erhöht sich der Fehlbetrag auf 1,65 Mio. Euro. Weil die Schulen und die Sporthallen zu den höchsten Aufwandspositionen im Gemeindehaushalt gehören, sind sie in die Bemühungen, den Haushalt dauerhaft ausgleichen zu können, einzubeziehen.
Im Jahr 2010 wurde das Büro ‚Dr. Garbe Consult’ (Leverkusen) beauftragt, einen Schulentwicklungsplan für Augustdorf zu erstellen. Die erstellten Prognosen ergaben, dass die beiden Grundschulen langfristig als zweizügige Schulen weitergeführt werden können. Auch die Realschule ist im Bestand nicht gefährdet. Die Erich Kästner-Schule hingegen sollte nach den Prognosen maximal einzügig sein. Als solche könnte sie auf Dauer nicht bestehen.
In Augustdorf entwickelten sich in der Folge Initiativen zur Einrichtung einer Gemeinschaftsschule sowie zur Erhaltung der Realschule. Für eine Sekundarschule trugen sich 531 Eltern, Schüler der EKS und weitere Personen in Listen ein. Für die Erhaltung der Realschule wurden 1.154 Unterschriften ausschließlich von wahlberechtigten Bürgern gesammelt
Verwaltungsseitig wurde eine Informationsveranstaltung mit der Bezirksregierung zur Gemeinschaftsschule geplant. Am 09. Juni 2011
entschied jedoch das Oberverwaltungsgericht Münster, dass die Gemeinschaftsschule als Schulversuch rechtswidrig ist. Der Vortrag entfiel. Die Landesregierung kündigte im Nachgang an, die Gemeinschaftsschule im Schulgesetz zu verankern.
Anschließend vereinbarten die Fraktionen von SPD, GRÜNEN und CDU im Landtag einen Schulkonsens. Nach diesem soll das Schulwesen in NRW zukünftig u.a. aus Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen bestehen.
Neu eingeführt wurde die Sekundarschule. Diese ist in der Regel eine gebundenen Ganztagsschule. Ausnahmen sind nach Auskunft des Schulministeriums vorübergehend möglich, wenn z.B. die räumlichen Voraussetzungen für den Ganztagsbetrieb noch geschaffen werden müssen.
Weil der gebundene Ganztag von vielen Augustdorfer Eltern abgelehnt wird, schlug Bürgermeister Dr. Wulf dem Rat vor, eine Resolution an das Land zu richten. Am 04.08.2011 beschloss der Gemeinderat einstimmig: „Der Rat der Gemeinde Augustdorf bittet die Landesregierung und den Landtag von NRW im Rahmen einer Änderung des Schulgesetzes und der nachfolgend zu erlassenen untergesetzlichen Regelungen die Einrichtung einer Sekundarschule auch als Halbtagsschule, ggfs. mit außerunterrichtlichen Ganztags- und Betreuungsangeboten zu ermöglichen." Auch der Städte- und Gemeindebund NRW setzte sich dafür ein – leider ohne Erfolg.
Am 22.11.2011 legte das Schulministerium einen Leitfaden zur Sekundarschule vor. Danach drehte sich in Augustdorf die Diskussion um die Frage, ob die Realschule erhalten bleiben soll oder aber zu Gunsten einer Sekundarschule aufgelöst werden soll.
Die Erich Kästner-Schule konnte zum Schuljahr 2012/13 aufgrund zu weniger Anmeldungen keine Eingangsklasse mehr bilden. Seitdem besuchen Kinder mit Hauptschulempfehlungen vor allem die Hauptschule in Schloß Holte-Stukenbrock, die Realschule Augustdorf oder Gesamtschulen in Detmold.
Aufgrund der schlechten Prognosen für die nächsten Jahre beschloss der Gemeinderat am 25.10.2012 einstimmig, die Hauptschule zum Schuljahr 2013/2014 auslaufend aufzulösen. Es werden keine Eingangsklassen mehr gebildet. Die Schüler der Klassen 6 bis 10 werden weiterhin an der Erich-Kästern-Schule beschult. Die letzten Schüler werden die Hauptschule voraussichtlich im Jahr 2016 verlassen.
Der Entwurf des Schulentwicklungsplanes wurde dem zuständigen Fachausschuss am 23.10.2012 präsentiert. Nach dem Entwurf können beide Grundschulen auf Dauer als zweizügig und die Realschule dreizügig fortgeführt werden.
Für eine Sekundarschule in Augustdorf würden nach Auskunft von Frau Ulrike Lexis vom Planungsbüro die Schülerzahlen nicht ausreichen.
Am 21.03.2013 verabschiedete der Gemeinderat einstimmig den Schulentwicklungsplan (s.u.).
Im Folgenden werden Ihnen verschiedene Materialien präsentiert. Diese sollen Sie dabei unterstützen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Aufgrund der Fülle der erschienenen Veröffentlichungen kann kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden. Für Hinweise auf wichtige Dokumente, die übersehen wurden, ist die Verwaltung stets dankbar.
Entwurf des Schulentwicklungsplanes
Schulentwicklungsplan (Entwurf )
Anträge und Beratungen im Gemeinderat und in dessen Ausschüssen:
2011-06-09 Rat Eckpunkte Gemeinschaftsschule
2011-08-04 Rat Anlage Schulpolitischer Konsens NRW
2011-08-04 Rat Beschlussvorschlag FWG
2011-10-20 Rat Niederschrift II
2011-10-20 Rat Niederschrift III
2012-04-26 JSS Anlage Auszug aus dem Bericht.pdf
2012-04-26 JSS Niederschrift.pdf
2012-04-26 JSS Niederschrift II.pdf
2012-09-11 JSS Auszug aus dem SEP Augustdorf.pdf
2012-09-11 JSS Auszug Schulentwicklung im Kreis Lippe.pdf
2012-09-11 JSS Stellungnahme der EKS.pdf
2012-09-11 JSS Niederschrift.pdf
2012-10-23 Anlage Schreiben der GS Auf der Insel II.pdf
2012-10-23 Anlage Schreiben der GS Auf der Insel.pdf
2012-10-23 Anlage Schreiben der GS In der Senne.pdf
2012-10-23 Mitteilungsvorlage.pdf
2012-10-23 Niederschrift II.pdf
2012-10-23 Niederschrift III.pdf
2012-10-25 Rat Niederschrift.pdf
2013-02-05 JSS Anlage Stellungnahme EKS
2013-02-05 JSS Anlage Stellungnahme Grundschulen
2013-02-05 JSS Anlage Stellungnahme Realschule
Schreiben des Bürgermeisters und Antworten
Antwort Schulministerium 2011-05-06
Brief an StGBd zur geplanten Änderung des Schulgesetzes 2012-07-12
Brief Resolution Rat 2011-08-08
Schreiben an Löhrmann 2012-09-11
Antwort CDU auf Brief an Löhrmann 2012-10-05
Antwort SPD auf Brief an Löhrmann 2012-10-15
Die FDP-Landtagsfraktion hat sich telefonisch gemeldet und auf ihren Antrag vom 30.10.2012 (Drucksache 16/1269) hingewiesen, zu finden unter www.landtag.nrw.de. Darin wird gefordert „zum Schuljahr 2013/2014 die Organisation des Ganztagsangebots an weiterführenden Schulformen zu flexibilisieren und zukünftig an einzelnen Schulen ein paralleles Angebot von Ganztags- und Halbtagszügen zu ermöglichen.“
Materialien der Landesregierung und des Landtages zum Schulkonsens und zur Sekundarschule
Schulpolitischer Konsens in NRW
Häufige Fragen und Antworten der Landesregierung zum Schulpolitischen Konsens
Informationen des Schulministeriums zur Sekundarschule
Informationen des Schulministeriums zur Realschule
Informationen des Schulministeriums zur Hauptschule
Informationen des Schulministeriums zum Ganztag
Experten-Anhörung des Schulausschusses des Landtages zur Änderung des Schulgesetzes
Experten-Anhörung des Schulausschusses des Landtages zur Flexibilisierung des Ganztags in Schulen
Sonstige Informationen
Unterschriftensammlung für einen Gemeinschaftsschule
Unterschriftensammlung für die Realschule
Auskunft des Schulministeriums zum gebundenen Ganztag an Gemeinschaftsschulen







