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Gruß des Bürgermeisters zum Jahreswechsel

30.12.2016

 

Rückblick auf 2016 und Ausblick auf 2017

 

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

liebe Augustdorferinnen und Augustdorfer,

 

es ist ein guter Brauch, zum Jahreswechsel auf das ausklingende Jahr zurück zu schauen und einen Blick auf das neue Jahr zu richten. Ich will das für unsere Gemeinde Augustdorf tun. Dabei beschränke ich mich auf einige wichtige Ereignisse, Entwicklungen und Themen.

 

 

Bevölkerungswachstum

 

Seit dem Jahr 2013 wachsen wir wieder. Ende 2012 wurden 9.533 Einwohner in Augustdorf gezählt. Am 31.12.2015 waren es 9.828, also etwa 300 mehr. Im Jahr 2015 stieg die Einwohnerzahl um 179 Personen. Der größte Teil dieses Zuwachses beruhte auf der Zuweisung von Asylbewerbern durch das Land. Ohne diese Menschen hätte die Gemeinde mit einem Einwohnerplus von 43 abgeschlossen.

 

Damit liegt Augustdorf deutlich über der Vorhersage des Landesbetriebs Information und Technik. Nach der Modellrechnung 2014 - 2040 soll die Einwohnerzahl Augustdorfs in diesem Zeitraum um 7,5% steigen. Im Jahr 2020 sollten 9.732 Menschen in der Gemeinde leben. Diese Zahl wurde schon in 2015 deutlich überschritten.

 

 

Wohnbauland

 

Das Bevölkerungswachstum geht mit einer großen Nachfrage nach Bauflächen einher. Besonders junge Familien suchen in Augustdorf Grundstücke. Diesen Bedarf zu decken ist eine zentrale Zukunftsaufgabe. Es ist daher erfreulich, dass sich in 2016 südlich des Eschenweges die Perspektive für ein größeres Baugebiet mit rd. 20 Grundstücken eröffnet hat. Weitere Gebiete müssen folgen.

 

 

Arbeit und Gewerbe

 

Den letzten vorliegenden Zahlen nach gehen immer mehr Augustdorfer einer Erwerbstätigkeit nach. Im Jahr 2014 waren es 4.866. Das waren 725  Personen mehr als im Jahr 2006.

 

Idealerweise liegen Wohn- und Arbeitsort dicht beieinander. Das erleichtert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Im Augustdorfer Industrie- und Gewerbegebiet hat sich die Bautätigkeit auch in 2016 fortgesetzt. Allerdings gesteht das Land der Gemeinde keine weiteren Flächen zu. Daher beteiligt sie sich an dem neuen interkommunalen Gewerbegebiet in Stukenbrock-Senne. Dieses gut 50 ha große Gebiet liegt ca. 10 Autominuten von Augustdorf entfernt. Im Jahr 2016 hat der Gemeinderat einstimmig die notwendigen Beschlüsse gefasst. In 2017 soll die „Gewerbepark Senne“ GmbH gegründet werden. Augustdorf beteiligt sich an den Planungs- und Investitionskosten und erhält Anteile der Grundsteuer- und Gewerbesteuererträge aus dem Gebiet.

 

 

Kindergärten

 

Anfang des Jahres konnte die neue DRK-Kindertageseinrichtung in den umgebauten Gebäudeteil der auslaufenden Hauptschule einziehen. Die Gemeinde hat die Baumaßnahme durchgeführt und vermietet die Räume an das Deutsche Rote Kreuz als Träger.

 

Die Kosten des Umbaus waren deutlich geringer als vorhergesagt: Eingeplant waren 950.000 Euro. Benötigt wurden jedoch nur 791.470 Euro. Zusätzlich hat die Gemeinde die Spielgeräte mit 56.000 Euro bezuschusst.

 

Der Kindergarten Stachelbär der evangelischen Militärkirchengemeinde wurde deutlich erweitert.

 

Der notwendige Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder ist vor allem der gestiegenen Nachfrage nach U3-Plätzen geschuldet. Gruppen mit U3-Kindern sind kleiner als solche mit Ü3-Kindern, so dass mehr Gruppen erforderlich sind.

 

Die Gemeinde spürt diese Entwicklung auch finanziell sehr deutlich, und zwar bei den direkten Zuschüssen an die Kindergartenträger als auch bei der Jugendamtsumlage. Die direkten Zuschüsse an die Kindergärten beliefen sich 2016  auf 300.624 €. In den Jahren 2008 bis 2011 zahlte die Gemeinde nur zwischen 100.000 und 185.000 €. 2012 waren es dann über 200.000 €, 2016 über 300.000 €.

 

Zusätzlich finanziert die Gemeinde die Kindertageseinrichtungen über die Jugendamtsumlage, die an den Kreis zu entrichten ist, mit. Im Jahr 2008 zahlte die Gemeinde noch gut 1,4 Mio. € an den Kreis, in 2016 waren es 2,4 Mio. €. Die Kostensteigerungen beruhen bei weitem nicht nur, aber auch auf dem U3-Ausbau.

 

Angesichts der Schließung des Freibads wurde im Jahr 2016 gelegentlich geäußert, die Gemeinde tue immer weniger für die Kinder und Jugendliche. Tatsächlich gibt die Gemeinde immer mehr Geld für die jungen Menschen aus. Es wird nur an anderen Stellen eingesetzt. Das Geld, das z.B. im Bereich der Jugendhilfe mehr benötigt wird, fehlt naturgemäß an anderen Stellen, wie z.B. beim Freibad.

 

 

Schulen

 

Ein Schwerpunkt des Jahres 2016 war die Planung der Erneuerung und Erweiterung der Grundschule In der Senne und der Realschule Augustdorf. Beide Schulen brauchen mehr Platz. Gründe liefern vor allem die Individualisierung des Lernens (individuelle Förderung), die Beschulung von Kindern mit besonderem Förderungsbedarf (Inklusion) und von Einwandererkindern (Integration), die gestiegene Nachfrage nach einer Übermittag- oder Ganztagsbetreuung sowie der Wunsch nach einer Verstärkung des EDV-basierten Lernens. Daraus resultiert ein Bedarf nach mehr Nebenräumen für die individuelle Förderung und die Gruppenarbeit, nach Räumen für die internationalen Klassen, nach mehr und größeren Räumen für  die deutlich gewachsenen Personalkörper der Schulen (u.a. Lehrerzimmer, Sozialräume, Besprechungsräume), nach Barrierefreiheit (u.a. Sanitärräume für Behinderte, Fahrstühle, Rampen), nach Mensen und nach leistungsfähigen WLAN-Netzen in den Schulen.

 

Zwei Machbarkeitsstudien haben Kosten von bis zu 15 Mio. € ermittelt: Die Sanierung und Erweiterung der Grundschule In der Senne soll zwischen 7 und 8,7 Mio. € erfordern, die der Realschule 5,1 bis 6,3 Mio. €.

 

Das Geld ist im Haushalt nicht vorhanden. Die bislang in Aussicht gestellten Fördergelder von Bund und Land sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein: Im Rahmen des Programms ‚Gute Schule 2020‘ erhält die Gemeinde in vier Jahren jeweils ca. 227.000 €, zusammen ca. 910.000 €. Aus dem Kommunalinvestitionsfördergesetz stehen ca. 617.000 € bereit, die in den Schulen einsetzbar wären, die der Haupt- und Finanzausschuss aber mehrheitlich für das Freibad reserviert hat.

 

In 2017 sind die erforderlichen und möglichen Baumaßnahmen in den Schulen zu konkretisieren. Das umfasst die Erarbeitung von baulichen und von Finanzierungskonzepten. Hinzuweisen ist darauf, dass die möglichen zusätzlichen Erträge aus der Erhöhung der Gebühren für Wasser und Abwasser (siehe unten zum Thema Freibad) auch für die Schulsanierung verwendet werden könnten.

 

Im Jahr 2016 wurde eine Verbesserung bereits umgesetzt: Die beiden OGS-Pavillions der Grundschule In der Senne haben einen Verbindungstrakt erhalten, die Räume erhielten Schallschutzdecken und die Küche wurde optimiert.

 

Beschlossen hat der Gemeinderat auch, die LKS gGmbH dabei zu unterstützen, das Essen für die Schulen vor Ort zu kochen. Dazu soll die Küche in dem Altenzentrum hergerichtet werden. Die Gemeinde zahlt in 2017 einen Zuschuss in Höhe von 20.000 € für eine neue Stromversorgung sowie einen Zuschuss zu jedem Mittagessen in Höhe von 0,20 €.

 

Im Sommer 2017 verlässt die letzte Klasse unsere Erich Kästner-Schule. Unmittelbar danach wird die Schule aufgelöst. Der Grund für die Auflösung war die viel zu geringe Nachfrage nach dieser Schule. Die Eltern hatten zuletzt so wenige Kinder mit Hauptschulempfehlung angemeldet, dass keine Eingangsklasse mehr gebildet werden konnte.

 

Eine Möglichkeit, alle Augustdorfer Kinder mit Hauptschulempfehlung an der Realschule zu unterrichten, besteht nicht. Eine Verbundschule, also die Ergänzung der Realschule um einen Hauptschulzweig, wäre für Augustdorf ein gutes Modell gewesen. Diese Schulform darf aber nicht mehr eingerichtet werden. So müssen die Augustdorfer Kinder mit Hauptschulempfehlung vor allem auf Gesamt- und Hauptschulen in den Nachbarkommunen ausweichen.

 

Ein großer Teil des Hauptschulgebäudes wird von der Realschule übernommen. Es verbleiben Räumlichkeiten, für die noch eine Nachnutzung gesucht wird.

 

Auch die Ganztagsangebote waren wieder ein Thema. Bei der Aufstellung des Schulentwicklungsplanes wurde deutlich, dass viele Eltern den Ersatz der Realschule durch eine Sekundarschule u.a. deshalb ablehnen, weil die Sekundarschule eine gebundene Ganztagsschule ist. Eine Befragung der Grundschuleltern Ende 2015 hatte  ergeben, dass 39% der Eltern keinen Ganztag und etwa ebenso viele freiwillige, flexible Ganztagsangebote für ihr Kind wünschen. Nur 15,9% wollten, dass ihr Kind an einem gebundenen Ganztag teilnimmt.

 

Nach einer Überprüfung der OGS an den beiden Augustdorfer Grundschulen durch die Gemeindeprüfungsanstalt des Landes Ende 2016 wurde deutlich, dass vielen Eltern die Anwesenheitspflicht des Landes für zu starr und zu weitgehend halten. Im Jahr 2017 gilt es dafür zu sorgen, die Betreuungsangebote noch besser den individuellen Bedürfnissen der Familien anzupassen. Dazu soll eine Elternbefragung durchgeführt werden.

 

 

Sanierung der Sportstätten

 

In einem mehrjährigen Prozess werden die Augustdorfer Sportstätten saniert. Sie wurden energetisch saniert, der Brandschutz wurde verbessert, die Sicherheit erhöht. Die Hallen am Schlingweg und die WITEX-Halle haben neue Böden erhalten. Im Jahr 2016 wurde die Sanierung der Umkleide- und Sanitärräume im Sportzentrum am Inselweg fortgesetzt. Die Geräteräume in der Turnhalle am Schlingweg wurden mit Wänden und Toren abgetrennt.

 

In 2017 rücken die Sportplätze verstärkt in den Fokus: Der Heidesportplatz ist den übergeordneten Fußballorganisationen zu klein, um ihn als Hauptplatz für Meisterschaftsspiele zuzulassen. Der Kunstrasen ist in die Jahre gekommen. Insofern ist es notwendig, ein Konzept für die Sportplätze zu erarbeiten.

 

Der FC Augustdorf hat angeboten, das Sportheim auf dem Schlingsbruch endgültig fertig zu stellen, d.h. das Dachgeschoss und den Keller auszubauen.

 

 

Freibad

 

Wie in vielen anderen Kommunen stellt sich auch in Augustdorf die Frage, ob und wie das in die Jahre gekommene Freibad saniert werden kann. Das Bad ist seit 2014 geschlossen. Ende 2013 wurden erhebliche Wasserverluste festgestellt. Die Zuleitung zum Becken war an mehreren Stellen beschädigt. Der Rat beschloss im Frühjahr einstimmig, das Bad in 2014 nicht zu öffnen. Es wurden Möglichkeiten der Sanierung erarbeitet. Die Politik konzentrierte  sich auf die Variante II, die mit einer Beckenverkürzung und dem Wegfall des Sprungbereichs einhergeht.

 

Im Februar 2016 wurde das Gutachten der CONCUNIA über die Finanzierbarkeit der Freibadsanierung vorgestellt. Die Gutachter gingen von einem Investitionsvolumen von 3.356.000 € aus. Die Sanierung müsste über einen Kredit finanziert werden. Sofern Städtebaufördermittel oder andere Zuschüsse fließen können, reduzierte sich die Kreditaufnahme um diesen Betrag. In den Berechnungen wurde angenommen, dass Zuschüsse von 100.000 € und alternativ von 717.000 € eingeworben werden könnten. Das Freibad bliebe auch unter maximal optimierten Bedingungen defizitär. Auch wenn die von den Einwohnern zu entrichtenden Gebühren der Gemeindewerke im höchstmöglichen Maße angehoben und Investitionszuschüsse eingeworben würden, verbliebe ein Fehlbetrag im Haushalt.

 

Ohne eine Gebührenerhöhung und mit einem Investitionszuschuss in Höhe von 100.000 € würde ein Kostendeckungsbedarf von rd. 238.000 € pro Jahr entstehen. In 20 Jahren summierte sich der (kapitalisierte) Kostendeckungsbedarf auf 4.138.639 €. Das Defizit könnte durch deutliche Erhöhungen der Wasser- und Abwassergebühren und/ oder durch höhere Zuschüsse vermindert werden. Maximal zulässig wäre eine Erhöhung der Abwassergebühren um 43 Cent/m³ , der Niederschlagswassergebühren um 8 Cent/ m², der Wasserverbrauchsgebühren um 4 Cent/ m³ sowie der Wassergrundgebühr um 22 %. Der gebräuchlichste Wasserzähler mit der Nenngröße QN 2,5 wäre dann rd. 7 € teurer (aktuell: 31 €). Die Einwohner müssten zusammen 247.600 € mehr an Gebühren aufbringen. 

 

Im Bereich Wasser würde die Verbrauchsgebühr um 2,5 % (1,61 €/m³ statt bislang 1,57€/m³) erhöht werden. Dadurch und durch die Steigerung der Grundgebühr ließen sich Mehrerträge von 31.600 € erzielen.

 

Zu berücksichtigen ist, dass die Abwassergebühren allein für den Bau der 4. Reinigungsstufe um ca. 0,30 €/ m³ steigen werden (siehe unten: Gemeindewerke).

 

Könnten zu den Gebührenerhöhungen Zuschüsse in Höhe von 717.000 € eingeworben werden, dann verbliebe im Gemeindehaushalt ein Kostendeckungsbedarf von rd. 35.000 € im Jahr 2016. Bei einem Investitionszuschuss von lediglich 100.000 € beliefe sich der verbleibende Kostendeckungsbedarf auf ca. 62.500 € im ersten Jahr. Dieses Geld wäre aus Steuermitteln aufzubringen.

 

Für eine vierköpfige Familie, die in einem Haus mit einer versiegelten Fläche von 250 m² lebt, würden die Gebühren bei einem Wasserverbrauch von rd. 40 m³ pro Person um rd. 100 € pro Jahr steigen, und zwar von ca. 865 € auf 970 €. Über den Finanzierungszeitraum von 30 Jahren macht das insgesamt ca. 3.000 € aus.  Bei einem Wasserverbrauch von 30 m³ pro Familienmitglied betrüge der Anstieg rd. 85 € je Jahr. Je mehr Kinder eine Familie hat, umso höher wäre die Mehrbelastung.

 

Die Ergebnisse der CONCUNIA-Studie übertrafen die ersten Prognosen der Verwaltung deutlich. Die Gesamtbelastung der Familien wäre um ein Vielfaches höher, als die Verwaltung es Anfang 2015 überschlägig errechnet hatte (Grundsteuer B, Wasser- und Abwassergebühren ).

 

Hinzuweisen ist noch darauf, dass eine Erhöhung der Erträge aus Gebühren nicht an einen bestimmten Zweck gebunden ist. Die rd. 270.000 €, die durch Gebührenerhöhungen zusätzlich erwirtschaftet werden könnten, könnten z.B. auch für die Sanierung der Schulen eingesetzt werden.

 

Zum bereits 2015 präsentierten Schallschutzgutachten wurde in 2016 eine fachanwaltliche Stellungnahme eingeholt. Der Fachanwalt fand eine rechtliche Argumentation, nach der die Variante II der Freibadsanierung (Beckenverkürzung und Wegfall des Sprungbereichs) lärmschutzrechtlich zulässig sein kann. Er bestätigte jedoch auch, dass eine Sanierung mit Sprungbereich am Immissionsschutz scheitern würde.

 

Aktuell läuft eine Bauvoranfrage bei dem Kreis Lippe. Das Ergebnis wird im Januar 2017 erwartet.

 

Der Gemeinderat hat sich Ende Dezember meinem Vorschlag angeschlossen, eine Einwohnerversammlung durchzuführen, um mit den Einwohnern der Gemeinde Augustdorf ihre Vorstellungen zur Freibadsanierung, zu den bestehenden Alternativen und zu den notwendigen Gebühren- und/oder Steuererhöhungen zu erörtern. Zuvor hatte der Gemeinderat wiederholt die Durchführung einer Einwohnerversammlung mehrheitlich abgelehnt. Ich hielt diese für geboten und habe deshalb den diesbezüglichen Ratsbeschluss beanstandet. Die Kommunalaufsicht gab mir Recht. Die Einwohnerversammlung soll nun am 19.01.2017 stattfinden.

 

In der ersten Ratssitzung im Jahr 2017 will der Gemeinderat dann darüber befinden, ob die Einwohner über die Freibadsanierung abstimmen sollen. Für einen Ratsbürgerentscheid müssen mindestens 2/3, also wenigstens 18 von 27 Mitglieder des Rates stimmen.

 

Unterbringung und Begleitung von Asylbewerbern

 

Im Jahr 2015 stieg die Zahl der von der Gemeinde unterzubringenden und zu betreuenden Asylbewerber und Flüchtlinge von 45 auf 181. Im Jahr 2016 wies das Land Augustdorf deutlich weniger Personen zu, nämlich 32. Zum Ende des Jahres wohnen in den Unterkünften der Gemeinde noch 138 Menschen.

 

Es ist gelungen, alle zugewiesenen Asylbewerber ein Dach über den Kopf zu verschaffen und sie mit großem Engagement von vielen ehrenamtlichen Helfern zu betreuen. Die Gemeinde erhielt eine wertvolle Unterstützung durch die Bundeswehr, die ein Gebäude in der Kaserne sowie den Bundeswehrparkplatz zur Verfügung stellte. Auf dem Bundeswehrparkplatz wurden Mobilheime errichtet. Zum Ende des Jahres hat die Gemeinde das Grundstück gekauft.

 

Es ist zu erwarten, dass im Jahr 2017 durch die Wohnsitzauflage und die Familienzusammenführung vermehrt Familien mit Wohnraum zu versorgen und zu betreuen sein werden. Die Beschulung der Kinder wird hohe Anforderungen an unsere Schulen stellen. Die, die länger bleiben können und wollen, sind gefordert, sich zu integrieren. Dazu müssen verschiedene Hilfen angeboten werden. Der Rat hat beschlossen, dass im nächsten Jahr ein Integrationskonzept für Augustdorf erarbeitet wird.  

 

Sennelandschaft: Tourismus und Erholung

 

Nach der Einweihung des Dünen-Erlebnispfades im Jahr 2015 bezogen im April 2016 vier Exmoorponies die Koppeln im Augustdorfer Dünenfeld. Damit wurde dieses Gebiet erheblich aufgewertet und für Besucher attraktiver gemacht.

 

Im Jahr 2017 wird eine Koppel für Senner Pferde an der Haustenbecker Straße gebaut. Danach soll in diesem Bereich ein weiterer Erlebnis-Wanderweg entstehen, der das Furlbachtal, die Senner Pferde und die naturschutzgemäße Ackerwirtschaft auf der ehemaligen Steffen-Stätte umfasst.

 

In Planung ist ferner ein Senne-Rundwanderweg. Dieser böte die Chance, unsere Landschaft mit weiteren Attraktionen zu versehen.

 

 

Brand- und Katastrophenschutz

 

Der Brandschutzbedarfsplan wurde fortgeschrieben und vom Rat verabschiedet. Es wurde festgestellt, dass unsere Freiwillige Feuerwehr sehr gut aufgestellt ist.

Der immer drohende Mangel von am Tage verfügbaren Einsatzkräften konnte durch einige Neueintritte in diesem Jahr abgewendet werden. In den meisten Fällen setzt das voraus, dass auch die Arbeitgeber dieses ehrenamtliche Engagement unterstützen und fördern.

 

Kurz- und mittelfristig werden aber dringend weitere Freiwillige Feuerwehrleute benötigt.

 

 

Gemeindebücherei

 

Für die Gemeindebücherei wurde ein Konzept zur Optimierung erarbeitet. Mit den Schulen und Kindergärten hat die Bücherei eine Bildungspartnerschaft vereinbart. Der Personalbestand wurde aufgestockt, die zur Verfügung stehenden Gelder erhöht.

 

 

Energieeinsparungen

 

Es wurde ein Konzept zum Klimaschutz und zur Einsparung von Energie aufgestellt und vom Rat beschlossen. Das ist die Grundlage, um Fördergelder energetische Sanierungsmaßnahmen zu erhalten.

 

 

Öffentliche Sicherheit und Ordnung

 

In diesem Aufgabengebiet lag ein Schwerpunkt auf der Entlastung von Anwohnern des Parkplatzes am Inselweg von nächtlichen Ruhestörungen. Dazu wurden Poller eingebaut, um den Parkplatz sperren zu können. Die relativ kleine Maßnahme beschäftigte Anlieger und Politik über einen längeren Zeitraum, weil auch die Möglichkeiten einer Videoüberwachung geprüft wurden.

 

 

Gemeindewerke

 

Die Gemeindewerke Augustdorf haben im Jahr 2016 alte Wasserleitungen im Bereich der Pivitsheider Straße erneuert, mit dem Bau einer Klärschlammtrocknungsanlage auf der Kläranlage begonnen und den Bau einer 4. Reinigungsstufe u.a. mittels einer Machbarkeitsstudie vorbereitet. Die Entfernung von Mikroschadstoffen aus dem Abwasser soll zu einer Gebührensteigerung von ca. 30 Cent / m³ führen.

 

 

 

Wie eingangs erwähnt, kann diese Auflistung von Entwicklungen, Maßnahmen und Projekten des Jahres 2016 nicht abschließend sein. Das gleiche gilt für den Ausblick auf das kommende Jahr. Erwähnen möchte ich aber noch einige besondere Ereignisse, die in 2017 anstehen:

  • Die Bundeswehr feiert ihren 60. Geburtstag mit dem Tag der Bundeswehr und dem Augustdorfer Soldatentag am 10. Juni.
  • Am 10. und 11. Juni trägt der RSV Schwalbe in der WITEX-Halle die Deutschen Schüler-Meisterschaften im Hallenradsport aus.
  • Vom 25. bis 27. August findet das Jugendzeltlager der lippischen Feuerwehren in Augustdorf statt.
  • Die Jugendsiedlung Heidehaus begeht im Sommer ihren 70. Geburtstag.
  • Die Gemeindebücherei wird 80 Jahre alt.
  • Unser Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes feiert seinen 100. Geburtstag.
  • Vor 200 Jahren beendeten die Augustdorfer und die Stukenbrocker ihren Hudekrieg, der seit 1810 besonders intensiv ausgetragen wurde. Der „Friedensschluss“ wurde am 30.06.1817 auf dem Hof Welschhof besiegelt.

 

Allen, die sich im Jahr 2016 für das Wohl anderer Menschen und für unsere örtliche Gemeinschaft engagiert haben -  sei es in Vereinen, Kirchen, Glaubensgemeinschaften, Parteien, in der Freiwilligen Feuerwehr, in der Flüchtlingshelfer, als Beetpaten, bei der Aktion 'Sauberes Augustdorf' oder an anderer Stelle – danke ich ganz herzlich für diesen Einsatz. Dieser Dank ergeht auch im Namen des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung. Nur gemeinsam können wir unser Augustdorf lebenswert erhalten und voranbringen.

 

Allen Augustdorferinnen und Augustdorfern wünsche ich einen guten Rutsch, ein gutes Jahr 2017 und Gottes reichen Segen.   

 

 

Herzlichst Ihr

 

Dr. Andreas J. Wulf

Bürgermeister

 

 

 



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