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Kann das Freibad 2014 geöffnet werden?

07.02.2014

 

Freibad-klDie Wasserleitung zum großen Becken im Freibad ist an mehreren Stellen undicht. Zum Ende der letzten Saison sickerten 400 m³ Wasser innerhalb von 4 bis 6 Wochen in das Erdreich. Eine Reparatur der Leitung vor Saisonbeginn, die ca. 150.000 € kosten würde, erscheint nicht möglich und nicht sinnvoll. Denn zum einen müsste zuerst noch der Haushalt verabschiedet und genehmigt werden, bevor die Gemeinde eine Reparatur ausschreiben könnte. Zum anderen wäre es unwirtschaftlich, die Leitung ohne Einbindung in ein Gesamtkonzept für eine umfassende Sanierung, die nach ersten Schätzungen mindestens eine Million Euro kosten würde, zu erneuern.

 

Vor diesem Hintergrund muss die Gemeinde zwei Entscheidungen treffen: Könnte das Freibad in 2014 auch ohne eine Reparatur geöffnet werden? Und: Soll das Freibad in den nächsten Jahren saniert werden?

 

Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf informierte den Haupt- und Finanzausschuss am 06.02.2014 über die aktuellen Erkenntnisse:

 

Die Kommunalaufsicht hat im letzten Jahr gefordert, dass die Gemeinde Augustdorf den Aufwand für das Freibad vermindert - und nicht erhöht. Vor diesem Hintergrund ist der zu erwartende Mehraufwand aufgrund der Wasserverluste abzuschätzen. Grundlage dafür sind die Verbräuche und Kosten des letzten Jahres (5.331 m³ Wasser – 18.735,55 €; 7.200 kg Natronbleichlauge und 2.040 kg pH-Senker – 4.520,50 €; zusammen 23.256,05 €). Das ergibt Kosten pro m³ Wasser von 4,36 €.

 

Es ist davon auszugehen, dass innerhalb von vier Monaten ca. 1.500 bis 2.000 m³ Wasser versickern könnten. Wenn die Undichtigkeiten sich in der Saison ausweiteten, was nicht unwahrscheinlich ist, könnten die Verluste auch größer sein. Bei einem Wasserverlust in der kommenden Saison von 1.500 m³ beliefe sich der Mehraufwand auf 6.540 €, bei 2.000 m³ auf 8.720 €, bei 2.500 m³ auf 10.900 €.

 

Für die Maßnahmen, die zur Inbetriebnahme im Bereich Hochbau erforderlich sind (Becken streichen, Fliesen ausbessern, Duschräume ausbessern, Sprungbretter reparieren), wird ein Aufwand von gut 20.000 € angesetzt (davon 3.800 € Aufwand Bauhof).

 

Die Zahlen unter Nr. 1 bedeuten, dass pro m³ Wasser 1,35 kg Natronbleichlauge und 0,38 kg pH-Senker zugegeben werden. Sofern das der Konzentration in dem versickernden Wasser entspricht, würden bei 1.500 m³ Wasserverlust 2.025 kg Natronbleichlauge und 570 kg pH-Senker in den Untergrund gelangen. Bei einem Verlust von 2.000 m³ betrügen die Zahlen 2.700 kg und 760 kg, bei 2.500 m³ 3.375 kg und 950 kg.

 

Die Untere Wasserbehörde hat mitgeteilt, dass nach Befüllung des Bades eine Untersuchung des Wassers auf Arsen und AOX (adsorbierbare organisch gebundene Halogene) erfolgen müsste. Hinsichtlich des Chlors würde der Kreis Lippe die Öffnung des Freibades für eine Saison dulden, wenn im Umfeld keine Trinkwassergewinnungsanlagen betroffen wären. Im Bereich Ulmenweg/ Eschenweg liegen ca. 30 gemeldete Brunnen, die aber nicht für die Trinkwasserversorgung zugelassen sind.

 

Eine Grundwassergefährdung bei zeitlich begrenzten Einleitungen, die sich über einen Zeitraum von ca. 4 Monaten erstrecken, sieht der Kreis nicht. Das Chlor werde bei längerer Fließstrecke im Boden aufgezehrt. Allerdings wären Einleitungen als Dauerzustand nicht hinnehmbar, so dass 2015 eine Reparatur bzw. Sanierung oder ein Verzicht auf eine weitere Nutzung des Bades erforderlich wäre.

 

Die Stadtwerke Bielefeld berichteten auf Nachfrage, dass es im Bereich des Freibades nur einen Grundwasserleiter gibt. Das versickernde Wasser aus dem Bereich Freibad fließt zum genutzten Grundwasserleiter des Wasserwerks VI am Furlbach. Der Inselweg liegt mitten im Einzugsbereich des Wasserwerks. Allerdings wird erwartet, dass eine starke Verdünnung auf dem Weg zwischen Freibad und Wasserwerk erfolgt, so dass eine Beeinträchtigung der Trinkwasserförderung eher unwahrscheinlich ist.

 

Eine Duldung der Unteren Wasserbehörde wie auch anderer Behörden befreit die Gemeinde nicht von der Haftung, falls doch irgendwelche Schäden auftreten.

 

Es bleibt in jedem Fall das nicht unerhebliche Risiko, dass es zu Ausspülungen im und zu Sackungen von Boden kommt, wenn das Bad mit einer undichten Leitung betrieben wird. Dadurch bestehen besondere Verletzungsrisiken für die Besucher.

 

Die Kosten der Einrichtung eines Buspendelverkehrs zum Freibad Fischerteich werden auf 10.000 bis 12.000 € geschätzt.

 

Der zuständige Fachbereichsleiter ist nicht bereit, die Verantwortung für eine Öffnung zu übernehmen. Die übrigen Fachbereichsleiter auch nicht.

 

Mit dem Vorstand des Freibad-Fördervereins wurde die Situation erörtert. Auch dieser will nicht in Verantwortung treten.

 

Hinsichtlich einer Sanierung ist festzustellen, dass dazu im Vorfeld ein Fachplaner hinzugezogen werden müsste, der auch die genauen Kosten ermittelt. Auf Grundlage dieser Kostenprognose müsste ein Finanzierungsvorschlag entwickelt werden.

 

Bei einer Sanierung des Freibades wäre zu berücksichtigen, dass eine Attraktivitätssteigerung Immissionsschutzmaßnahmen für die Anlieger erforderlich machen würde. Zudem sollte eine Sanierung dazu beitragen, die Betriebskosten erheblich zu senken

 

Zu berücksichtigen ist auch, dass es mit den Baggerseen der Firmen A.S.D (Kohlenweg) und Brink (Stukenbrocker/Augustdorfer Straße) im bzw. unmittelbar angrenzend an das Gemeindegebiet zwei Seen gibt, die das Potenzial haben, innerhalb der nächsten zehn Jahre zu Badegewässern entwickelt zu werden. Ein Badesee wäre zweifellos ein starker Mitbewerber auch eines sanierten Freibads Augustdorf.



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