Grußwort des Bürgermeisters

 

Sennesperrzeiten

 

Schulzentrum

 

Zukunft-des-Freibades

 

ISEK

 

Schadensmeldung

Vergabe

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Jahresrückblick und Neujahrsgruß

Sehr geehrte Damen und Herren,Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf

liebe Augustdorferinnen und Augustdorfer,

 

überall lassen die Menschen ihn diesen Tagen das ausklingende Jahr Revue passieren. Sie schauen auch auf das, was kommt, und fassen gute Vorsätze.

 

Ich blicke hier aus der Perspektive des Gemeinderates und der Gemeindeverwaltung zurück und voraus. Dabei beschränke ich mich auf einige besonders wichtige Ereignisse und Entwicklungen.

 

Entwicklung der Bevölkerung

Die in 2014 vorgelegten Zahlen zeigten: Augustdorf ist weiterhin die jüngste aller 396 Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. Wir haben den höchsten Anteil von Kindern und Jugendlichen und den niedrigsten von Menschen, die 65 Jahre alt oder älter sind. Die Geburtenraten sind die höchsten in ganz Ostwestfalen-Lippe – und vermutlich auch mit die höchsten im gesamten Land. Auch mit den Zahlen zur Größe Haushalte liegt Augustdorf im NRW-Spitzenfeld: Die durchschnittliche Haushaltsgröße beträgt 2,8. 14% der Haushalte haben 5 oder mehr Mitglieder. Diese Daten belegen die große Bedeutung der Familien in unserer Gemeinde.

Augustdorf ist im Jahr 2013 gewachsen (für 2014 liegen noch keine Daten vor). Während die meisten Kommunen in NRW schrumpfen sollen, wird Augustdorf eine weitere Zunahme der Einwohnerzahl vorhergesagt. All das spiegelt sich auch in den Entwicklungen des Jahres 2014 wieder.

 

Neue Kindertageseinrichtung

Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder unter 3 Jahren (U3-Kinder) hat zugenommen. Mehr U3-Kinder bedeuten kleinere Gruppengrößen und damit einen Bedarf nach mehr Gruppen. Das Anmeldeverfahren zum Kindergartenjahr 2014/15 ergab im Frühjahr, dass eine weitere Kindertageseinrichtung in Augustdorf benötigt wird. Durch einen gemeinsamen Kraftakt von Kreis Lippe, Gemeinde und neuem Träger ist es gelungen, nach den Sommerferien bedarfsgerechte Angebote zu unterbreiten.

Das geschieht zunächst in einer Übergangseinrichtung auf dem Schlingsbruch. Die Planungen für den Umbau eines Gebäudeteils der Erich-Kästner-Schule zu einer Kindertageseinrichtung laufen.

Träger der neuen Einrichtung ist das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Damit ist die Trägervielfalt in Augustdorf gestiegen. Die Eltern haben eine Wahlmöglichkeit mehr bekommen. Und das DRK, das in Augustdorf sehr stark ist, hat ein weiteres Standbein erhalten. Neben den Sanitätsdienst, die Erste-Hilfe-Ausbildung, den Blutspendedienst, die Kleiderstube, die Behindertenarbeit, den Angeboten für Senioren und junge Menschen, die Aktion Henkelmann, die Bäderfahrten und einigem mehr tritt nun auch die pädagogische Arbeit mit Kleinkindern.

Schulen

Auch die die Nachfrage nach der Offenen Ganztagsgrundschule (OGS) ist gestiegen. Daher wurden in beiden Grundschulen weitere rhythmisierte Ganztagsklassen eingerichtet. Insgesamt gibt es nun 9 OGS-Gruppen.

 

Sanierung der Sportstätten

Unsere Sporthallen dienen vor allem dem Schul- und dem Vereinssport, d.h. überwiegend den Kindern und Jugendlichen. In einem mehrjährigen Prozess werden die Augustdorfer Sporthallen saniert. Nach den Maßnahmen zur energetischen Sanierung und zum Brandschutz sowie zur Erneuerung der Turnhalle am Schlingweg waren in diesem Jahr die Umkleide- und Sanitärräume im Sportzentrum am Inselweg der Schwerpunkt. Außerdem erhielten die Außenfassaden teilweise neue Anstriche.

Im kommenden Jahr soll die Sanierung fortgesetzt werden. Unter anderem soll der Hallenboden in der WITEX-Halle erneuert werden.

 

Offene Kinder- und Jugendarbeit

Nachdem die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde im Dezember 2013 erklärt hatte, den HOT Funkenflug nur noch bis zum 30.06.2014 zu betreiben, beschloss der Gemeinderat einstimmig, dass die Gemeinde die Straßensozialarbeit einstellt. So wurde der Weg frei gemacht, um die Offene Kinder- und Jugendarbeit zukünftig aus einer Hand anbieten zu können.

Auch hier war Eile geboten. Denn es musste ein neuer Träger gefunden werden. Der Kreis und die Gemeinde haben sehr konstruktiv zusammengearbeitet. So konnte in kurzer Zeit und in großem Einvernehmen die Jugendsiedlung Heidehaus e.V. ausgewählt werden. Schon im Juli unterbreitete das Heidehaus erste Angebote. Das HOT Funkenflug hat nach nur ganz kurzer Unterbrechung seine Arbeit fortgeführt.

Die Gemeinde unterstützt die Arbeit des Heidehauses vor allem durch die Bereitstellung der Alten Schule, des Feldhauses, des Jugendraumes im Freibad und des Beachvolleyballfeldes, durch die Übernahme von Bewirtschaftungs- und Unterhaltungskosten sowie durch direkte finanzielle Zuschüsse.

 

Gewerbliche Entwicklung

Im ehemaligen Umlegungsgebiet zwischen Imkerweg und Kohlenweg sind bislang neun Unternehmen heimisch geworden. Ein weiteres wird voraussichtlich im Frühjahr mit dem Bau beginnen. Das ist eine positive Entwicklung angesichts der Tatsachen, dass die Gemeinde nur über ein einziges, kleines Grundstück verfügt, welches sie ansiedlungswilligen Unternehmen anbieten kann, und dass eine Reihe privater Grundstückseigentümer nicht verkaufen möchte.

 

In diesem Gebiet, das erst im Jahre 2008 erschlossen wurde, wird zurzeit der Ostring ausgebaut.

Die Gemeinde benötigt weitere Flächen für die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe. Die Bezirksregierung Detmold als Regionalplanungsbehörde gesteht der Gemeinde jedoch nur noch an ganz wenigen Stellen eine gewerbliche Entwicklung zu. Das Land NRW drängt auf die Ausweisung interkommunaler Gewerbegebiete. Daher hat der Bürgermeister Kontakt zur Nachbarkommune Schloß Holte-Stukenbrock aufgenommen. Dort soll ein Gewerbegebiet in Zusammenarbeit mehrerer Kommunen entstehen. Im Jahr 2015 werden die weiteren Weichen dafür gestellt.

Den im Jahr 2014 vorgelegten Zahlen ist zu entnehmen, dass immer mehr Augustdorfer einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Im Jahr 2013 waren es 4.717. Das waren fast 600 Personen mehr als im Jahr 2006.

 

Freibad

Im Jahr 2014 ist unser Freibad 50 Jahre alt geworden. Spätestens seit 1978 war man sich bewusst, dass bauliche Maßnahmen im Freibad wünschenswert bzw. notwendig sind. Im Jahr 1978 gab es konkrete Überlegungen zum Bau eines Schwallwasserbehälters. Bis 2003 folgten acht weitere Konzepte zur Sanierung und Optimierung. Doch immer fehlte das Geld für die Umsetzung der Maßnahmen.

Ende 2013 wurden dann erhebliche Wasserverluste festgestellt. Die Zuleitung zum Becken war an mehreren Stellen beschädigt. Der Rat beschloss im Frühjahr einstimmig, das Bad in 2014 nicht zu öffnen. Stattdessen sollten Möglichkeiten der Sanierung erarbeitet werden. Dabei kam heraus, dass eine nachhaltige Instandsetzung etwa 2 bis 3 Mio. € kosten wird. Es ist nun zu klären, wie Augustdorf als Haushaltssicherungskommune eine Sanierung finanzieren kann. Ein Ansatz ist die Einwerbung von Städtebauförderungsmitteln auf Grundlage eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK; s.u.).

Augustdorf steht mit seinem Problem nicht alleine dar. In vielen anderen Kommunen sind die Bäder in die Jahre gekommen. Auch dort stellt sich die Frage nach der Sanierung. In dieser Situation hat es Augustdorf besser als viele andere. Denn unmittelbar hinter der Gemeindegrenze gibt es zwei Freibäder. Zu einem dieser beiden Bäder wurde in 2014 ein Buspendelverkehr eingerichtet, der jedoch nur wenig angenommen wurde. Und am Kohlenweg wird ein See abgegraben, für den die Entwicklung zum Badesee ein lohnenswertes Ziel wäre.

 

LEADER, ISEK und Klimaschutzkonzept

Um unsere hohe Lebensqualität in Augustdorf zu erhalten und weiter zu steigern, brauchen wir Geld. Staatliche Fördermittel sollen zukünftig bevorzugt in sog. LEADER-Regionen gegeben werden. Das sind ländliche Gebiete, in denen sich mehrere Kommunen zusammen getan und eine gemeinsame Entwicklungsstrategie erarbeitet haben.

Augustdorf bewirbt sich gemeinsam mit Schlangen, Bad Lippspringe, Altenbeken, Horn-Bad Meinberg, Lügde, Schieder-Schwalenberg und Blomberg um eine Anerkennung als LEADER-Region. Die Bürger hatten die Möglichkeit, sich mit ihren Vorstellungen zur Zukunft unserer Region einzubringen. Jetzt wird die Bewerbung fertiggestellt. Im nächsten Jahr wird auf Landesebene die Entscheidung fallen, ob wir anerkannt und gefördert werden.

Die Verwaltung hat dem Rat auch vorgeschlagen, ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK; s.o.) zu erarbeiten, um Fördermittel für verschiedene städtebauliche Maßnahmen beantragen zu können. Die Entscheidung darüber hat die Politik noch aufgeschoben. Einig war man sich aber darüber, dass ein Klimaschutzkonzept entwickelt werden soll, um Fördergelder für die energetische Optimierung zu erhalten.

 

Patenschaft mit dem Panzerartilleriebataillon 215

Am 20. August 1999 begründeten das Panzerartilleriebataillon 215 und die Gemeinde Augustdorf eine Patenschaft. Zum 30.06.2015 wird das Bataillon aufgelöst. Viele gemeinsame Veranstaltungen und persönliche Kontakte haben die Patenschaft mit Leben erfüllt. In diesem Jahr begann die Phase der Beendigung dieser Beziehung. Eine Serenade am Sportzentrum Inselweg, der neue Gedenkstein auf dem Rathausvorplatz und der Goldene Schuss in der Senne waren die Höhepunkte dieser Verabschiedung.

Im Jahr 2015 wird eine neue Patenschaft zwischen der Gemeinde und der Bundeswehr zu begründen sein.

 

Unterbringung und Versorgung von Asylbewerbern

In 2013 hatte Augustdorf einen Bestand von ca. 20 Asylbewerbern, die zu betreuen waren. Im Jahr 2014 wies das Land der Gemeinde Augustdorf deutlich mehr Flüchtlinge zu. Zum Jahresende waren es doppelt so viele wie in den Vorjahren. Die vorhandenen Unterkünfte reichten nicht mehr aus. Es ist jedoch gelungen, sehr zügig und problemlos von der Katholischen Kirchengemeinde ein Gebäude zu mieten, in dem bis zu 12 Flüchtlinge untergebracht werden können. Zudem musste die Verwaltung personell aufgestockt werden, um die Menschen aus anderen Ländern versorgen zu können.

Das Land NRW hat angekündigt, dass in 2015 mit weiter steigenden Flüchtlingszahlen zu rechnen ist. Augustdorf wird also noch mehr Personen aufnehmen und versorgen müssen.

 

Sennelandschaft

In Augustdorf laufen die Vorbereitungen für die weitere Aufwertung der Landschaft: In 2015 wird im Augustdorfer Dünenfeld eine erwanderbare Koppel für Pferde gebaut – ähnlich wie die in der Wistinghauser Senne. Die Pferde sollen die Heidelandschaft pflegen und lichte Heidewälder entstehen lassen. Direkt nebenan wird unsere typische Dünenlandschaft in Szene gesetzt und erlebbar gemacht. Außerdem soll im nächsten Jahr die historische Landwirtschaft wieder aufleben, und zwar auf mehreren Hektar an der Haustenbecker Straße. Auch das geschieht – wie die Pferdebeweidung – im Rahmen des Naturschutzgroßprojekts Senne und Teutoburger Wald. Ein Jahr später soll dann noch eine Koppel für Senner Pferde entstehen, und zwar ebenfalls an der Haustenbecker Straße.

Im August legte das Umweltministerium ein neues Gutachten aus seinem Geschäftsbereich zur Nationalparkwürdigkeit der Senne vor. Das Gutachten zeigte erneut, dass in der Senne die nationalen und internationalen fachlichen Standards von Nationalparks nicht erfüllt werden können. Denn die Senne ist eine historische Kulturlandschaft und ist gerade als vom Menschen erhaltene Landschaft besonders naturschutzwürdig. Nationalparke sollen hingegen Landschaften schützen, die nicht vom Menschen bewirtschaftet und gepflegt werden, also Naturlandschaften.

Im Juli besuchte die Bundesverteidigungsministerin, Frau Dr. Ursula von der Leyen, Augustdorf. Sie erklärte, dass die Bundeswehr den Truppenübungsplatz Senne übernehmen möchte, falls die Briten die Senne abgeben sollten. Die Briten hatten ihre Entscheidung zur Senne für das Jahr 2014 angekündigt. Bisher steht sie noch aus.

 

Gas- und Stromnetz

Seit mehreren Jahren arbeiten wir mit Dörentrup, Kalletal und Leopoldshöhe sowie den Stadtwerken Detmold, Lemgo, Bad Salzuflen und Rinteln zusammen, um die Gas- und Stromnetze in unseren Kommunen wieder in eigene Hand zu bekommen. Im Jahr 2014 wurden unter der Dachbezeichnung „Stadtwerke Lippe-Weser“ ein neuer Zweckverband und mehrere Gesellschaften neu gegründet. Diese haben ihre Arbeit aufgenommen. Ab dem 01.01.2015 werden wir Miteigentümer unseres Augustdorfer Gas- und Stromnetzes und – mit unseren Partnern – Netzbetreiber.

Ziel dieser sog. Rekommunalisierung ist es, den Service für unsere Einwohner zu verbessern, die regionale Wirtschaft zu stärken und Erträge für die kommunalen Haushalte zu erwirtschaften.

Das neu entstandene Netzwerk können wir auch für weitere Zwecke nutzen, wie z.B. für die Energieberatung, den Ausbau der umweltfreundlichen Energieproduktion oder andere Kooperationen.

 

Viele weitere Themen haben die Bürger, die Politik und die Verwaltung im Jahr 2014 beschäftigt, wie z.B. die finanzielle Förderung des Projekts „Bildung und Sprache“ mit 7.000 € im Jahr, die fortlaufende Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Lampen, die Entwidmung und Rückgabe von großen Teilen des alten Dorffriedhofes an die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde, Überlegungen zu einem Umzug des Jugendtreffs in leer werdende Gebäudeteile der Erich Kästner-Schule, ein Konzept für die Entwicklung der Alten Schule zu einem Ort der Bildung und der Präsentation unserer Gemeinde, die Teilnahme an der bundesweiten Behördenrufnummer 115, die Begrüßung von Neubürgern, die Verbesserung des Bevölkerungsschutzes durch die Aufstellung digitaler Warnsirenen oder der Ausbau von Straßen wie im Neubaugebiet zwischen Kampweg und Tharkamper Weg.

Was erwartet uns noch im kommenden Jahr? Über vieles hat der Gemeinderat im Frühjahr noch zu entscheiden, und zwar im Zusammenhang mit dem Haushaltsplan 2015. Aber so Einiges zeichnet sich schon ab: Es soll z.B. nicht mehr die starken Pflegerückstände in den Straßenbeeten geben, die vor allem in den Sommerferien auftraten. Denn die Politik will mehr Ressourcen dafür bereitstellen. Wir werden – hoffentlich – Klarheit bekommen über die Zukunft der Senne. Für die straßenseitigen Grundstückseinfriedungen sollen Lösungen gefunden werden. Diese dürfen bislang nur 1 m hoch sein. Eine große Zahl von Eigentümern zeigt jedoch durch die Gestaltung und durch Anfragen, dass höhere Einfriedungen gewollt sind. Am 09. Mai erwarten wir ein Großereignis in Augustdorf, nämlich den Augustdorfer Soldatentag. Und vom 19.-21. Juni findet das Dorffest statt, das mit großem ehrenamtlichem Engagement auf die Beine gestellt wird.

 

Unser Gemeinwesen lebt ganz wesentlich von denen, die sich um das Wohl anderer Menschen und der Allgemeinheit kümmern. Das tun ganz viele – oftmals kaum wahrgenommen - in Vereinen, Verbänden, Kirchen, Parteien, in der Freiwilligen Feuerwehr, als Beetpaten, bei der Aktion 'Sauberes Augustdorf', im privaten Umfeld oder an anderer Stelle. All diesen Personen möchte ich auch in diesem Jahr einen ganz besonderen Dank aussprechen. Das tue ich im Namen des Gemeinderates, der Gemeindeverwaltung und auch ganz persönlich.

 

Ich wünsche Ihnen einen guten Rutsch und ein Jahr 2015, das reich ist an Gesundheit, Kraft, Glück, Freude und Erfolg.

 

Herzlichst

Ihr

Dr. Andreas J. Wulf



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