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Schulministerium zum verpflichtenden Ganztag

02.04.2013

 

Rathaus BürgerzentrumDie FDP-Landtagsfraktion hat eine kleine Anfrage an die Landesregierung mit dem Titel „Wer­den Eltern an Sekundarschulen Wahlmöglichkeiten beim Ganztag gezielt verwehrt?" Darin wird auf die Schreiben von Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf an das Schulministerium zur Frage nach der Ganztagspflicht an Sekundarschulen Bezug genommen. Nun liegt die Antwort der Landesregierung vor (Drucksache 16/2293 vom 12.03.2013, abrufbar unter www.landtag.nrw.de).

 

Der Antwort ist zu entnehmen, dass aus Sicht der Landesregierung bei Sekundarschulen keine freie Wahl zwischen Ganz- und Halbtagsbetrieb besteht. Die Sekundarschule sei in der Regel eine Ganztagsschule und eine Schule des längeren gemeinsamen Lernens. Das bedeute, dass lernstärkere und lernschwächere Schüler gemeinsam lernen und dabei individuell gefördert werden sol­len. Die individuelle Förderung könne im gebundenen Ganztag „beson­ders gut gelingen“.

 

Auf die Frage nach den inhaltlichen Gründen für Ausnahmen von der Ganztagspflicht antwortet Frau Schulministerin Sylvia Löhrmann, dass „eine verlässliche Aussage … ohne konkrete Bezugspunkte nicht erfolgen“ kann. Das bedürfe einer „Einzelfallentscheidung unter Berücksichtigung aller für den jeweiligen Schulbe­trieb relevanten Faktoren. Sofern ein Schulträger eine Sekundarschule nicht im Ganztagsbetrieb füh­ren möchte, ist der von den Eltern eindeutig getragene Wille dazu nachzuweisen und darzulegen, wie das pädagogische Konzept der Sekundarschule ohne gebundenen Ganztag realisiert werden soll. Es bedarf der Vorlage eines begründeten Antrags mit einem nachvollziehbaren Gesamtkonzept für die Schule."

 

Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf hält die Begründung für die Ganztagspflicht nicht für schlüs­sig. Die Sekundarschule sei nur in der 5. und 6. Klasse zwingend eine Schule des längeren gemeinsamen Lernens. Ab der 7. Klasse können Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialklassen eingerichtet werden (sog. kooperative Form der Sekundarschule). Zudem seien nach dem Schulgesetz NRW alle Schulformen, also auch die Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien, der individuellen Förderung verpflichtet. Bei diesen besteht aber keine Pflicht zum gebundenen Ganztag.

 

„Frau Ministerin Löhrmann erklärt nicht, warum Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen und Gymnasialklassen die individuelle Förderung auch ohne Ganztagspflicht leisten können, das an Sekundarschulen aber in der Regel nur im gebundenem Ganztag gelingen kann“, kritisiert Dr. Wulf: „Die Antwort der Ministerin wirft die Frage auf, warum Realschulklassen an Realschulen ohne Ganztagspflicht erfolgreich lernen können und das Realschulklassen an Sekundarschulen nicht möglich sein soll.“

 

Der Bürgermeister stellt aber fest, dass Frau Löhrmann ihre Aussagen selbst relativiert, indem sie sagt, dass die individuelle Förderung im gebundenen Ganztag „besonders gut gelingen“ kann. „Das bedeutet, dass sie auch an Halbtagsschulen mindestens gut gelingen kann. Und das Wort „kann“ deutet darauf hin, dass die individuelle Förderung auch an Ganztagsschulen nicht zwingend gut gelingen muss“, interpretiert Dr. Wulf die Aussagen der Ministerin.

 

Augustdorfs Bürgermeister weist darauf hin, dass in Nottuln eine Sekundarschule mit OGS, d. h. ohne gebundenen Ganztag genehmigt wurde. Auch in anderen Bundesländern werde die individuelle Förderung propagiert, ohne dass an Schulen, die der Sekundarschule entsprechen, der gebundene Ganztag vorgeschrieben wird. Ein Teil dieser Bundesländer liege bei Vergleichstests regelmäßig vor Nordrhein-Westfalen.

 

Zu dem von der Ministerin für notwendig erachteten Nachweis des Elternwillens zum Ganztag ist anzumerken, dass im Rahmen der Diskussionen um den Augustdorfer Schulentwicklungsplan von der CDU-Fraktion am 22.11.2011 beantragt wurde, die Eltern zu ihren Wünschen zum Ganztagsunterricht - unabhängig von einer bestimmten Schulform – zu befragen. Das lehnten die Fraktionen von FWG und SPD ab. Die SPD-Fraktion beantragte eine Information der Eltern über die Sekundarschule und eine Befragung der Eltern zur Sekundarschule (mündl. Antrag vom 15.12.2011). Die FWG-Fraktion (Antrag vom 19.01.2012) wollte zuerst ein pädagogisches Kon­zept für eine Sekundarschule sowie ein neues Konzept für die Realschule erarbeiten lassen und dazu die Eltern befragen. Beide Anträge wurden im Rat mehrheitlich abgelehnt.

 

Bei allen Diskussionen um die Ganztagspflicht bleibe aber für Augustdorf die besondere Situa­tion, dass die Schülerzahlen für die Gründung einer Sekundarschule voraussichtlich nicht aus­reichen würden, so Dr. Wulf: Benötigt würden über fünf Jahre jedes Jahr mindestens drei Eingangsklassen mit mindestens 75 Schülern. Zum Schuljahresbeginn 2014/2015 werden aber voraussichtlich nur gut 90 Schüler die Augustdorfer Grundschulen  verlassen.



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