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Ministerinnen zur außerfamiliären Betreuung von Kindern unter drei Jahren

02.04.2013

 

Rathaus BürgerzentrumBürgermeister Dr. Andreas J. Wulf hatte Warnungen des leitenden Arztes des sozi­alpädiatrischen Zentrums Bielefeld-Bethel, Dr. Rainer Böhm, vor einer Fremdbetreuung von unter dreijährigen Kindern zum Anlass genommen, Landesfamilienministerin Ute Schäfer und Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder zu ihren Positionen zu befragen. Beide haben geantwortet.

 

Frau Ministerin Schäfer erklärt in ihrem Brief, dass es der Landesregierung um die Förderung der frühkindlichen Bildung und die Chancengleichheit aller Kinder gehe. Die Persönlichkeit, Verantwortungsbereitschaft, Gemeinsinn, Toleranz, interkulturelle Kompetenz und der Erwerb von Wis­sen und Fertigkeit sollen gefördert werden.

 

Die individuelle Förderung sei abhängig von der Qualität der Arbeit der Kindertageseinrichtungen. Eine gute frühkindliche Förderung gehe mit verlässlichen Bezugspersonen, Bindung und Sicherheit einher. Daher strebe das Land eine günstige Betreuungsrelation an. Kindertageseinrichtungen seien familienergänzende, nicht familienersetzende An­gebote. Die Eltern sollen weiterhin die wichtigsten Bezugspersonen der Kleinkinder bleiben. Deswegen setze die Landesregierung auch auf Mitbestimmungsrechte der Eltern in Kinderta­geseinrichtungen.

 

Ministerin Schäfer weist auf eine Studie hin, nach der die ausschließliche familiäre Betreuung einen negativen Effekt auf das Sozialverhalten und die motorischen Fähigkeiten von Kleinkindern habe. Das betreffe vor allem Kinder aus bildungsfernen Familien und dort besonders die zweijährigen Mädchen.

Der Zwischenbericht einer anderen Untersuchung komme zu dem Ergebnis, dass zweijährige Kinder in Betreuungseinrichtungen eine bessere Entwicklung des Kommunikationsverhaltens vorweisen und bessere Alltagsfertigkeiten besitzen.

 

Frühe Bildung sei der Weg zu mehr Chancengerechtigkeit. Eltern bräuchten tatsächliche Wahlfreiheit. Diese werde durch den Ausbau der U3-Betreuung geschaffen.

 

Bundesfamilienministerin Dr. Kristina Schröder schreibt, dass es bei dem Ausbau der außerfamiliären Betreuung unter Dreijähriger nicht nur um Kinderpolitik gehe, sondern auch um Familien-, Bildungs-, Gleichstellungs- und Wirtschaftspolitik. Auch sie ist der Auffassung, dass die elterliche Erziehung nicht zu ersetzen sei. Die Kinderta­gesbetreuung sei ein ergänzendes Angebot, dass das Wohl des Kindes unterstützen kann, wenn die Qualität hinreichend ist und Eltern und Erzieherinnen bzw. Tagespflege­rinnen gut zusammenarbeiten. Wichtig seien stabile und verlässliche Bindungen.

 

Aus der von Dr. Böhm zitierten NICHD-Studie ließen sich sowohl kritische als auch positive Auswirkungen außerfamiliärer Betreuung unter Dreijähriger ableiten. Diese seien abhängig vom Bildungsstand der Eltern, vom Alter der Kinder sowie von Umfang und Qualität der Betreuung. Es sei zum Beispiel nachgewiesen worden, dass zweijährige Kinder, insbesondere solche aus bildungsfernen Familien, die in Einrichtungen betreut wurden, in späteren Jahren Entwicklungsvorsprünge im kognitiven Bereich im Vergleich zu Kindern ohne ergänzende Betreuung hatten. Dabei bestehe ein Zusammenhang zu guter Betreuungsqualität.

 

Ministerin Dr. Schröder schreibt, dass sich die Kindertagespflege als familiennahe Betreuungsform gerade für sehr kleine Kinder eigne. Sie betont, dass die Unterstützung von Familien mit kleinen Kindern die unterschiedlichen Bedarfe im Blick haben und ihnen eine freie Wahl ermöglichen müsse. Dafür sei es einerseits erforderlich, eine ausreichende Zahl von Betreuungsangeboten außerhalb der Familie zu schaffen. Andererseits müssten junge Familien gezielt gefördert werden. Das erfolge unter anderem mit dem Betreuungsgeld, denn über 50% aller Eltern wollen ihr kleines Kind selbst betreuen.

 

Die Antworten der Ministerinnen und die Schreiben des Bürgermeisters finden Sie hier:

 

Antwort Min Dr. Schröder 2012-11-15

Antwort Min Schäfer 2012-11-13

Brief Bundesfamilienministerium 2012-10-02

Brief Familienministerium NRW 2012-10-02



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