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Bürgermeister nimmt Stellung zu FWG-Fraktion

28.09.2012

 

Erich-Kästner-Schule-klAuf ihrer Internet-Seite schreibt die FWG-Fraktion, der Bürgermeister sei gemeinsam mit den Fraktionen von CDU und FDP „aus Angst vor dem Ergebnis einer neutralen Elternbefragung zur zukünftigen Schulform in Augustdorf“ nicht zu einer solchen bereit. Der Respekt gegenüber den Eltern der Grundschulen gehe verloren. Es gebe ein „Schreckgespenst Ganztagsschule“. Die 1.154 Unterschriften für die Erhaltung der Realschule und gegen einen Ganztagsunterricht seien keine „geforderte Grundlage“.

 

Dazu nimmt Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf wie folgt Stellung:

 

  1. Wer sich gegen verpflichtende Ganztagsschulen für alle ausspricht, zeigt gerade Respekt vor den Eltern - und nicht mangelnden Respekt, wie die FWG meint. Denn wer gegen eine Ganztagspflicht ist, der glaubt daran, dass die große Mehrheit der Eltern ihren Erziehungsauftrag gewissenhaft und erfolgreich wahrnimmt – und dass die Eltern über das Wohl ihrer Kinder entscheiden können.
  2. Die 1.154 Unterschriften wahlberechtigter Bürger für die Erhaltung Realschule und da­mit auch gegen einen gebundenen Ganztag sind ein klarer Ausdruck des Elternwillens, den auch die FWG nicht ignorieren sollte. In der Vergangenheit vertrat die FWG im Übrigen die Auffassung, dass der Rat Vorschlägen, für die weit weniger Unterschriften gesammelt wurden, zwingend folgen müsse.
  3. Es geht nicht darum, ob der Ganztag ein Schreckgespenst ist oder nicht. Es geht vielmehr darum, dass es das ureigenste Recht der Eltern ist, über die Erziehung und Bildung ihrer Kinder zu entscheiden. Und wenn Eltern keinen Ganztag wollen, ist das zu respektieren.
  4. Es geht auch nicht um Mehrheitsentscheidungen, sondern darum, möglichst viele Familien dabei zu unterstützen, den für sie besten Weg zu beschreiten. Das beinhaltet: Freiwillige Ganztagsangebote für die, die wollen, und eine Halbtagsschule für alle, die ihre Kinder am Nachmittag in der Familie oder mit außerschulischen Angeboten fördern wollen.
  5. Dass keine Elternbefragung durchgeführt wurde, hat nichts mit Angst vor einem Ergebnis zu tun, sondern vor allem damit, dass vor einer Befragung ein erheblicher Aufwand geleistet werden müsste und dass bislang nicht erkennbar ist, dass eine Mehrheit der Augustdorfer Eltern eine Sekundarschule mit verpflichtendem Ganztag für alle wünscht. Eine Elternbefragung könnte nur auf Basis eines pädagogischen Konzepts erfolgen. Es wäre also reichlich Vorarbeit zu leisten. Auch die Elternbefragung wäre aufwendig. Das lohnte sich nur, wenn aus einem überwiegenden Teil der Elternschaft heraus deutliche Signale kämen, dass eine Sekundarschule mit Ganztagspflicht mehrheitlich gewollt wird.
  6. Wie eine aktuelle Umfrage von TNS Emnid zeigt, wünschen in ganz Deutschland nur 32 % der Eltern für ihre Kinder einen gebundenen Ganztag, wie er mit einer Sekundarschule verbunden wäre. Mehr als zwei Drittel der Eltern wollen Halbtagsschulen oder freiwillige Ganztagsangebote. Ich gehe davon aus, dass in Augustdorf noch weniger Eltern eine Ganztagspflicht bevorzugen. Wer also etwas dafür tun will, dass dem Elternwillen entsprochen wird, der sollte sich bei der Landesregierung dafür einsetzen, dass die Ganztagspflicht wegfällt. Ich mache das bereits und lade die FWG herzlich ein, mich dabei zu unterstützen.
  7. Ich bitte die FWG-Fraktion darüber zu berichten, was aus ihrem Aufruf aus Februar 2012 geworden ist. In einer Presseerklärung zur Schulentwicklung, die nach der Ratssitzung vom 09.02.2012 veröffentlicht wurde, rief die FWG-Fraktion die Eltern und die Bürger dazu auf, „sich lautstark zu Wort“ zu melden, „z. B. per Brief, Leserbriefe, E-Mails usw.“. Eltern und Bürger sollten mit­helfen „sicherzustellen, dass eine neutrale und sachliche Information gewährleistet ist und somit keine Informationspolitik aus Sichtweise der CDU/FDP und unseres Bürgermeisters“. Es sollte mitgeteilt werden, „ob das Verhalten unseres Bürgermeisters hier eine neutrale Position ist, oder er nur die Argumente seiner CDU-Fraktion und dem mit ihr kooperierenden Partner FDP darstellt“.

    Ich habe nach diesem Aufruf keine Briefe, Leserbriefe oder E-Mails erhalten.

  8. Der Ball liegt jetzt in Düsseldorf. Landesregierung und Landtag müssen entscheiden, ob sie es uns ermöglichen, unsere Haupt- und unsere Realschule so weiter zu entwickeln, wie es unseren besonderen Bedürfnissen vor Ort entspricht. Bislang ist das nicht der Fall. Ich lade alle herzlich dazu ein, sich gegenüber der Landesregierung und dem Landtag für dieses Ziel stark zu machen.


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