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Bürgermeister zu Forderungen der Naturschutzverbände

02.11.2012

 

Senne„Die Forderung der Naturschutzverbände, den Nationalpark auch gegen den Willen der Region durchzusetzen, macht deutlich, dass es den Naturschutz-Lobbyisten nicht um die Menschen geht", stellt Augustdorfs Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf fest.

 

Man dürfe nicht übersehen, dass die Naturschutzverbände auch handfeste Eigeninteressen vertreten: Gemäß dem Koalitionsvertrag der Landesregierung (Seite 68) sollen sämtliche Naturschutzflächen sowie der Staatswald in NRW einer Naturschutz-Stiftung übertragen werden. Diese soll auch die Betreuungsverantwortung für die Flächen bekommen. Die sog. „Stiftung für das Naturerbe“ soll „Raum für bürgerschaftliches Engagement eröffnen“. Es sei vor davon auszugehen, dass Vertreter der Naturschutzverbände, die jetzt für einen Nationalpark kämpfen, in den Entscheidungsgremien der Stiftung maßgeblich vertreten sein werden.

 

„Im Ergebnis würden die Naturschutz-Lobbyisten einen erheblichen Machtzuwachs bekommen“, so Dr. Wulf: „Wo jetzt noch die Forstverwaltung im Rahmen einer naturnahen Bewirtschaftung der Wälder auf einen Ausgleich der unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen hinwirken kann, würde zukünftig der Naturschutz Vorrang vor allen anderen Interessen bekommen. Wo jetzt noch der vom Volk gewählte Landtag über die Nutzung des Waldes entscheiden kann, würden zukünftig von der Landesregierung berufene Mitglieder eines Stiftungsrates das Sagen haben.“

 

Diese Entwicklung sei auch für den Teutoburger Wald und die Egge zu befürchten. Wenn der Landesverband Lippe den Wald der lippischen Bürger an das Land abgebe und dieses dadurch einen Nationalpark gründen könne, dann werde zuerst in Düsseldorf und nicht mehr im Kreis Lippe entschieden, ob und wie die Lipper den Wald vor ihrer Haustür nutzen und genießen dürfen.

 

In einem zweiten Schritt würde der Wald dann an die Stiftung übertragen, so dass ein Stiftungsrat, in dem die Naturschutzverbände stark vertreten sein dürften, den Lippern Vorschriften machen könne. Was das bedeutete, lasse sich sehr gut am Nationalpark Eifel verfolgen, so Augustdorfs Bürgermeister. Dort fordern die Naturschutzverbände NABU und BUND massive Einschränkungen der Freizeit- und Erholungsnutzung sowie der touristischen Entwicklung (siehe z.B. www.bund-nrw.de und www.nabu-aachen.de ).

 

Das zeige sehr deutlich, dass insbesondere die Menschen in den Anwohnerkommunen eines Nationalparks mit massiven Beschränkungen rechnen müssten, falls der Nationalpark käme. Im Nationalpark Eifel wurden über 120 Handlungen von Menschen verboten, so z.B. das Sammeln von Pilzen, Beeren und Kräutern, das Spielen von Kindern und das Betreten des Waldes abseits der Wege. Viele siedlungsnahe Wege, die heute noch für den abendlichen Spaziergang genutzt werden, müssten bei uns gesperrt werden.

 

„Es ist für mich nicht nachvollziehbar, warum manche ganz offensichtlich die Zuständigkeit für einen zentralen Teil der lippischen Heimat und für das Wohl der Lipperinnen und Lippe – freiwillig! – zuerst nach Düsseldorf und anschließend zu einer Naturschutz-Stiftung verlagern wollen“, betont Dr. Wulf: „Wenn der Landesverband Lippe seinen Wald tauscht, dann macht er den Weg dafür frei, dass das Land und später auch die Naturschutz-Stiftung die Freiheits- und Eigentumsrechte der Lipperinnen und Lipper beschneiden. Das ist der Kern des Nationalparks: Eine Einschränkung der Freiheit der Menschen. Wer kann das wollen?“



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