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Erfolgreicher Naturschutz ohne Nationalpark

31.08.2012

 

senneBürgermeister Dr. Wulf erläutert Unterschiede zwischen Naturschutzgroßprojekt und Nationalpark

Am 31. August 2012 wandert Umweltminister Johannes Remmel mit Mitgliedern und Gästen der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne e.V. durch das Furlbachtal. Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf nimmt teil.

 

"Im Furlbachtal wird deutlich, dass das, was durch einen Nationalpark erst ent­stehen soll, vielerorts schon vorhanden ist", betont Dr. Wulf. Der Wald im Tal des Furlbachs ist urwaldartig entwickelt – mit vielen alten Bäumen, starkem Totholz und den darauf angewiesenen Arten. Der Bürgermeister: "Alte und tote Bäume gibt es auch an vielen anderen Stellen in Senne und Teutoburger Wald. Man muss nicht einen Nationalpark ausweisen und die Bewirtschaftung des Waldes komplett einstellen, um so etwas zu schützen."

 

Das Furlbachtal liegt in der Kulisse des Naturschutzgroßprojektes Senne. Im Gegensatz zu einem Nationalpark wird im Naturschutzgroßprojekt (NGP) nicht mit Zwang gearbeitet, erläutert Dr. Wulf. Hier stehen Gelder für freiwillige Maßnahmen der Grundstückseigentümer bereit. „Diese Freiwilligkeit ist die Grundlage dafür, dass die Gemeinde Augustdorf das Naturschutzgroßprojekt unterstützt", sagt der Bürgermeister der Sennegemeinde.

 

Er macht darauf aufmerksam, dass sich die Zielsetzungen im NGP und in der Kulisse des geplanten Nationalparks stark unterscheiden. „Ich kann mir die Widersprüche nur so erklären: „Ich kann mir die Widersprüche nur so erklären: Das Naturschutzgroßprojekt wurde über Jahre von Fachleuten geplant. Im Nationalpark Senne hingegen orientieren sich die fachlichen Ziele stark an politischen Vorgaben", meint Dr. Wulf. Er nennt drei Beispiele:

 

  1. Während im NGP Senne aus naturschutzfachlichen Gründen Kiefernwälder gerodet werden sollen, um wieder Offenlandbiotope herzustellen, sollen in der Nationalparkkulisse Offenlandbiotope der Wiederbewaldung mit Kiefern und anderen Baumarten überlassen werden.

 

  1. Die Kiefernwälder im NGP sollen zum allergrößten Teil weiterhin bewirtschaftet und genutzt werden. Angestrebt werden sehr lichte Wälder, die auch von den Tier- und Pflanzenarten der offenen Heide- und Graslandschaft bewohnt und durchwandert werden können. In der Nationalparkkulisse hingegen sollen die Kiefernwälder nicht mehr bewirtschaftet und gepflegt werden. Sie würden dann zu einem erheblichen Teil mit der aus Nordamerika stammenden Spätblühenden Traubenkirsche zuwuchern und als Lebensraum für die Arten des Offenlandes ausfallen.

 

  1. Der Große Ehberg liegt in den Gebietskulissen beider Projekte. Im NGP lauten die naturschutzfachlichen Ziele für den Großen Ehberg: Entwicklung einer nicht mehr bewirtschafteten Naturwaldzelle von 200 ha und naturnahe Forstwirtschaft auf weiteren 800 ha. Gemäß den Planungen zum Nationalpark soll hingegen die Bewirtschaftung auf 1.000 ha eingestellt werden.

 

„Für diese unterschiedlichen Zielsetzungen gibt es keine vernünftige naturschutzfachliche Begründung", sagte Dr. Wulf, der früher selbst als Dezernent in einer Naturschutzbehörde tätig war. Im Naturschutzgroßprojekt Senne stehe die historisch gewachsene, vom Menschen genutzte und gepflegte Kulturlandschaft im Mittelpunkt. Das Projekt knüpfe an die naturschutzfachliche Tradition der Senne an. Augustdorfs Bürgermeister erinnert daran, dass das Land Nordrhein-Westfalen seit 1984 die Erhaltung und Wiederherstellung der offenen Heide- und Graslandschaft in der Senne fachlich und finanziell unterstützt. Dazu sei extra eine Heidschnuckenherde angeschafft worden, die ihren Standort in Hövelhof habe. Mit einem Nationalpark würde man in die entgegen gesetzte Richtung marschieren", betont Dr. Wulf.

 

Denn in einem Nationalpark soll sich die Natur ungestört vom Menschen entwickeln. Sie soll sich selbst überlassen werden. Die Bewirtschaftung und Pflege der Landschaft ist im Nationalpark nur auf kleiner Fläche zulässig.

 

Gemäß ihrem Koalitionsvertrag will die Landesregierung, dass neue Nationalparke in Nordrhein-Westfalen den internationalen Kriterien entsprechen. „Wenn die Landesregierung dieses Ziel bei uns umsetzt, dann bedeutet das das Ende der Sennelandschaft, wie wir sie kennen und schätzen. Dann müssten mehrere Tausend Hektar der Verbuschung und Wiederbewaldung überlassen werden", warnt Dr. Wulf.

 

Er betont, dass sich die Augustdorfer des Wertes ihrer Heimat bewusst sind und dass sie diesen erhalten wollen. Der Nationalpark sei dafür aber das falsche Mittel.



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