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Massive Verkleinerung des Bundeswehrstandortes

26.10.2011

 

Die angekündigte Verkleinerung des Bundeswehrstandortes Augustdorf um 1.570 Soldaten ist nach Auffassung von Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf eine Katastrophe für die Gemeinde: "Es handelt sich um den größten negativen Einschnitt in der Geschichte Augustdorfs. Über 25 % der Arbeitsplätze in der Gemeinde fallen weg."

 

Die Umsatzeinbußen allein im Einzelhandel dürften sich auf mindestens 1 bis 2 Mio. Euro belaufen. Auch die Tankstelle, die Handwerker, die Zimmer- und Wohnungs­vermieter und die Gastronomie werden die Standortreduzierung deutlich zu spüren bekommen. Die Veränderungen werden nicht nur Augustdorf, son­dern die ganze Region betreffen. "Augustdorf und viele andere Kommunen werden gesellschaftlich sehr engagierte Bürger in bislang relativ gesicherten Arbeitsverhältnissen einschließlich ihrer Familien verlieren", so Dr. Wulf.

 

Der Bürgermeister betont, dass die Gemeinde Augustdorf sich in den letzten Jahren deutlich im Aufschwung befand. Im Jahr 2010 ist die Einwohnerzahl gestiegen - eine Besonderheit in Lippe und Umgebung. Lange Zeit leerstehende Wohnungen konnten renoviert und wie­der vermietet werden. Ein weiterer Verbrauchermarkt will sich in Augustdorf ansiedeln. "Ob sich dieser positive Trend nun fortsetzen wird, ist äußerst zweifelhaft", zeigt sich Dr. Wulf besorgt.

 

Es sei nicht auszuschließen, dass die Veränderungen auch Auswirkungen auf die Kindergärten und die Schulen haben werden. Die Gemeinde hat erst vor wenigen Jahren die Kläranlage ausgebaut, um das Abwasser von über 4.000 Soldaten beseitigen zu können. Weniger Abwassereinleitungen aus der Kaserne könnten steigende Abwasserpreise für alle Augustdorfer be­deuten.

 

Besonders schmerzhaft sei der Verlust des Augustdorfer Patenbataillons des Panzerartilleriebataillons 215. Der Bürgermeister: "Unser Artilleristen waren immer für uns da, wenn wir sie brauchten. Sie unterstützen den Weihnachtsmarkt, sie helfen bei verschiedenen Veranstaltungen und auch schon einmal einem Kindergarten bei einem Umzug." Wenn keine neuen Einheiten und Verbände nach Augustdorf verlegt wer­den, wird es schwierig sein, einen Ersatz zu bekommen.

 

Bürgermeister Dr. Wulf erinnert daran, dass es schon im Jahr 2000 Ankündi­gungen gegeben habe, die Zahl der Dienstposten in Augustdorf um 1.900 zu reduzieren. Damals gab es eine breite parteiübergreifende politische Unterstützung für Augustdorf. Auch der Kreistag hat eine Resolution für den Bundeswehrstandort verabschiedet. Das Ergebnis war, dass in der Kaserne nur 1.300 Dienstposten gestrichen werden sollten und schon im Jahr 2004 die Reduzierung rückgängig gemacht wurde, so dass die alte Personalstärke wieder erreicht wurde. "Ich habe das Gefühl, dass die Re­gion jetzt weniger geschlossen und weniger stark für Augustdorf gekämpft hat".

 

Statt dessen hätten Teile der Politik von der Umwandlung des Truppenübungsplatzes Senne in einen Nationalpark geträumt - ein Nationalpark der nach dem neuesten Gutachten von Roland Berger rd. 60 Arbeitsplätze netto für die Region bringen soll. Dazu der Bürgermeister: "Ich gehe davon aus, dass das politische Engagement in Region und Land sowie die Pläne für die Umwandlung des Truppenübungsplatzes in einen Nationalpark die Entscheidungen des Ministeriums be­einflusst haben. Wenn das zutrifft, dann haben die Befürworter eines Nati­onalparks der Region einen schlechten Dienst erwiesen."

 

Augustdorf ist bereits jetzt Nothaushaltskommune, ohne die Perspektive, diese Situation aus eigener Kraft überwinden zu können. Durch die Standortentscheidung dürfte sich die Situation weiter verschärfen. "Ich fordere Kreis, Land und Bund auf, die Gemeinde Augustdorf nicht im Regen stehen zu lassen. Wir brauchen auf allen Ebenen finanzielle Entlastungen, Ausgleichszahlungen und weiteren Hilfsleistungen."

 

Der Bürgermeister hofft, dass es vielleicht in wenigen Jahren wieder zu ei­ner Aufstockung kommen wird, wie es 2004 schon der Fall war. Der Platz dafür ist in der Kaserne vorhanden. Und wirtschaftliche Argumente sprechen für diese Hoffnung.



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