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Keine Mogelpackung ‚Nationalpark’

02.11.2011

 

Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf weist die Vorschläge der Landtagsabgeordneten Sigrid Beer und Reiner Priggen (Bündnis 90/ Die Grünen) zurück, jetzt einem Nationalpark Senne zuzustimmen.

 

„Ein Nationalpark Senne wäre nach Auffassung von Naturschützern eine Mogelpackung. Mit einem Etikettenschwindel, würden die Nationalparkbefürworter nicht nur das Image der Region, sondern auch den Nationalparkgedanken insgesamt schädigen”, so Dr. Wulf.

 

Der Bürgermeister bezieht sich unter anderem auf Aussagen des Präsidenten des Deutschen Naturschutzrings, Hubert Weinzierl. Dieser hat am 05. Juli 2010 in Ludwigsthal gesagt: „Wo Nationalpark drauf steht muss Nationalpark drin sein.” Damit Nationalparke dem Tourismus die Chance geben könne, neue Bereiche zu erschließen, sei es „Vorraussetzung…, das die Vorgaben des Naturschutzes im Sinne der internationalen Richtlinien ehrlich Beachtung finden, damit der Nationalpark nicht zum Etikettenschwindel wird.”

 

Ein wichtiger internationaler Standard für Nationalparke ist, dass mindestens 75% der Fläche der natürlichen, vom Menschen unbeeinflussten Entwicklung überlassen bleiben. Die Natur soll verwildern und sich nach ihren eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickeln.

 

In der Senne können nach dem neuesten Gutachten des Landesamtes für Naturschutz jedoch nur 55% der Fläche zur Verwilderung frei gegeben werden. Denn der naturschutzfachliche Wert der Senne beruht vor allem auf dem Menschen geschaffenen und vom Militär erhaltenen Offenland. Ohne ständige Bewirtschaftung und Pflege würden die Heide- und Graslandschaft in kürzester Zeit zu Wald werden.

 

Schon im Jahr 2007 forderte der Deutsche Naturschutzring: „Die Schaffung von Nationalparken in Deutschland soll … die Krönung des Naturschutzgedankens sein und darf deshalb nicht durch falsche Etiketten gefährdet werden.” Nationalparke „dürfen nicht…durch Mogelpackungen entwertet werden”(Presseinformation vom 25.10.2007).

 

Auch der Dachverband der Deutschen Nationalparke, EUROPARC Deutschland e.V., hat in einem Schreiben vom 27.03.2011 festgestellt, dass die Ausweisung eines Nationalparks Senne nicht möglich ist. In der  Senne würden die nationalparkspezifischen Dinge nicht stattfinden. Strikt abgelehnt wird auch die von der Landesregierung angestrebte militärische Nutzung eines Nationalparks.

 

Bürgermeister Dr. Wulf erläutert, das die militärische Nutzung den Naturschutz in alten Kulturlandschaften wie der Senne fördert. Die Auswirkungen von Bränden, Explosionen und Panzerfahrten ähneln denen der Bewirtschaftungsmaßnahmen der alten Heidebauern, z.B. dem Plaggenhieb.

 

Allerdings verhindere der militärische Übungsbetrieb ebenso wie die Forstwirtschaft, die Landwirtschaft oder der pflegende Naturschutz, dass das besondere Ziel eines Nationalparks, die vom Menschen ungestörte Entwicklung der Natur, erreicht werde.

 

Daher sei der Nationalpark die falsche Schutzgebietskategorie für die Senne. Dr. Wulf: „Wem es in erster Linie um die nachhaltige Sicherung der Artenvielfalt geht, der muss sich für eine Fortsetzung der militärischen Nutzung in großen Teilen der Senne stark machen. Der Nationalpark darf nicht als Deckmantel für antimilitärische Interessen missbraucht werden.”

 

Augustdorfs Bürgermeister weist daraufhin, dass in der jetzt geplanten Gesamtkulisse für einen Nationalpark Teutoburger Wald - Eggegebirge - Senne nur eine Prozessschutzfläche von max. 65% erreichbar ist. Auch diese Kulisse erfüllt die internationalen Anforderungen nicht, auch hier droht ein Etikettenschwindel.

 

„Ich wundere mich, das Politiker, die sich sonst als Verbraucherschützer ausgeben, im Falle der Senne für etwas eintreten, das Naturschützer als Etikettenschwindel und Mogelpackung bezeichnen”, sagt Dr. Wulf: „Eine Täuschung der Bürger und einer Schädigung des Ansehens unserer Heimat durch einen Etikettenschwindel dürfen wir nicht zustimmen.”



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