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Droht eine weitere Ausdehnung des geplanten Nationalparks?

02.11.2011

 

Mit dem geplanten Nationalpark Teutoburger Wald werden die Freiheitsrechte der Menschen weiter eingeschränkt. Das lehnt Augustdorfs Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf entschieden ab. Bislang stehen nur ca. 50% der Gebietskulisse des Nationalparks unter Naturschutz. Hier ist es aus Naturschutzgründen z.B. verboten, die Wege zu verlassen oder Pilze und Beere zu sammeln. Kinder dürfen nicht abseits der Wege im Wald spielen.

 

Mit der Ausweisung des Nationalparks werden diese und weitere Verbote auch auf Flächen ausgedehnt, wo die Menschen heute noch relativ frei ihre Heimat genießen und erleben dürfen. Der Wald darf im Nationalpark auf über 75% der Fläche nicht mehr bewirtschaftet werden. Die streng geschützten Zonen, in denen die Natur sich ungestört von menschlichen Einflüssen entwickeln soll, sollen z.B. in Augustdorf, Hiddesen, Holzhausen-Externsteine und Leopoldstal bis unmittelbar an die Siedlungsränder grenzen. Hier ist nach Auffassung von Dr. Wulf davon auszugehen, dass vorhandene Wege gesperrt werden: „Die Möglichkeiten zur Naherholung werden erheblich eingeschränkt. Das ist schon aus Verkehrssicherungsgründen erforderlich.“ Denn im Nationalpark besteht eine besondere Gefährdung der Besucher durch umstürzende tote Bäume und herab fallendes Totholz.

 

Rund 4.150 ha der Kulisse des geplanten Nationalparks sind bislang kein Naturschutzgebiet. Der Kreis Lippe hat diese Flächen noch im Jahr 2005 nicht als naturschutzwürdig und -bedürftig beurteilt. Mit der Ausweisung des Nationalparks sollen auch dort die Freiheitsrechte der Menschen massiv begrenzt werden.

 

Augustdorfs Bürgermeister befürchtet eine schrittweise Reduzierung der Rechte der Lipper: Nach der Ausweisung der großen Naturschutzgebiete im Jahr 2005 droht jetzt eine Verdopplung der Flächen, in denen die Möglichkeiten des Naturerlebens der Menschen stark eingeschränkt werden. Die Jagd wird auf 100% der Fläche verboten, die Forstwirtschaft auf mindestens 75%.

 

Für die Annahme, das mit den jetzigen Nationalparkplänen nicht das Ende der Eingriffe in die Handlungsfreiheit erreicht sein wird, sieht Dr. Wulf eine Reihe von sehr ernst zu nehmenden Hinweisen: Zum einen sollen Nationalparke nach fachlichen Standards mindestens 10.000 ha groß sein. Der geplante Nationalpark im Teutoburger Wald umfasst aber nur 8.650 ha. Es ist daher zukünftig mit Forderungen zu rechnen, den Nationalpark zu vergrößern.

 

Die Ausdehnung auf den Truppenübungsplatz Senne stellt keine Lösung des Problems  dar. Denn in einem Nationalpark soll sich nach internationalen und nationalen Standards die Natur auf mindestens 75% der Fläche nach ihren eigenen Gesetzen und ohne Beeinflussung durch den Menschen entwickeln. In der Senne ist das aber nur auf maximal 55% der Fläche möglich, in der Gesamtkulisse Teutoburger Wald – Egge – Senne (rd. 20.000 ha) auf höchstens 65%.

Die internationalen Standards können nur erfüllt werden, wenn weitere Waldflächen im Umfang von rd. 8.000 ha in den Nationalpark einbezogen und aus der Bewirtschaftung genommen werden. Diese gibt es nur in der Egge.

 

Dass das keine unrealistische Vorstellung ist, zeigt das Greenpeace-Gutachten „Deutschlands internationale Verantwortung: Buchenwälder im Verbund schützen“ von April 2011.  Danach ist der sog. „Handlungsraum“, innerhalb dessen die natürliche Waldentwicklung Vorrang genießen soll, für den Teutoburger Wald, die Egge und die Senne 27.700 ha groß.



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