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Zukunft der Senne: Dr. Wulf antwortet Maelzer

09.03.2011

 

Die Senne ist nicht nationalparkwürdig. Sie kann weder die nationalen noch die internationalen Qualitätsstandards von Nationalparks erfüllen. Denn der naturschutzfachliche Wert der Senne beruht im Wesentlichen auf der offenen Heide- und Graslandschaft, die vom Menschen geschaffen wurde. Nationalparke schützen hingegen Naturlandschaften und keine Kulturlandschaften. Das schrieb Bürgermeister Dr. Wulf dem Landtagsabgeordneten Dennis Maelzer.

 

Der Bürgermeister antwortet damit auf ein Schreiben Maelzers, in dem dieser mitteilt, dass er keine Zweifel an der Nationalparkwürdigkeit der Senne hat.

 

Dr. Wulf macht darauf aufmerksam, dass SPD und Bündnis 90/DIE GRÜNEN in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt haben, dass weitere Nationalparke in Nordrhein-Westfalen den Kriterien der IUCN (International Union for Conservation of Nature) entsprechen sollen. Danach müssen mindestens 75 % der Nationalparkfläche der natürlichen Entwicklung überlassen bleiben. Dadurch würden große Teile der heute vorhandenen wertvollen Gras- und Heidelandschaft verschwinden. Schon die Landesanstalt für Ökologie, Boden, Ordnung und Forsten (LÖBF) habe in ihrem Gutachten von 2004 aber ausdrücklich festgestellt, dass die Vorgabe der IUCN in der Senne nicht erfüllt werden kann.

Mit Unverständnis reagiert Dr. Wulf auf den Vorschlag Maelzers, dass die fachliche Beurteilung über die Nationalparkwürdigkeit der Senne ausschließlich dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) überlassen bleiben soll. Dieses ist dem Umweltminister unterstellt. Mit diesem Vorschlag würden kritische Positionen zur Nationalparkwürdigkeit der Senne gezielt ausgeblendet. Der Bürgermeister macht darauf aufmerksam, dass der Vorschlag Maelzers auch rechtlich nicht umsetzbar ist, denn das Naturschutzrecht fordert eine Beteiligung des Bundesumweltministeriums und des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Das Bundesumweltministerium bittet in der Regel das Bundesamt für Naturschutz um eine fachliche Stellungnahme zu einem geplanten Nationalpark.

 

Die auch von Maelzer unterstützte Idee, einen Nationalpark zugleich dauerhaft militärisch zu nutzen, hält Wulf für fachlich nicht akzeptabel. Das Bundesamt für Naturschutz habe wiederholt darauf hingewiesen, dass militärische Aktivitäten dem Schutzzweck von Nationalparken zuwiderlaufen. Sie sind daher in Nationalparken so früh wie möglich einzustellen.

 

Im Falle einer Parallelnutzung von Nationalpark, Militär und vielleicht auch noch Tourismus befürchtet Dr. Wulf ständige Konflikte zwischen den einzelnen Nutzern, die letztendlich zu einer Verdrängung des Militärs aus der Senne und der Bundeswehr aus Augustdorf führen würden. Der Bürgermeister fordert, den Bürgern die Wahrheit darüber zu sagen, was in einem Nationalpark noch möglich ist und was nicht. In einem Nationalpark müssten nicht nur das Militär, sondern auch die Forst- und Landwirtschaft sowie Wanderer und andere Erholungssuchende mit erheblichen Einschränkungen durch Verbote des Naturschutzes rechnen.

 

Der Brief des Bürgermeisters ist als Anlage beigefügt.

 

Anlage



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