Grußwort des Bürgermeisters

 

Sennesperrzeiten

 

Schulzentrum

 

Zukunft-des-Freibades

 

ISEK

 

Schadensmeldung

Vergabe

.

Senne erfüllt nicht die Qualitätsanforderungen eines Nationalparks

28.03.2011

 

Dachverband der Deutschen Nationalparke unterstützt Bürgermeister Dr. Wulf

 

 

Die Senne genügt den nationalen und internationalen Qualitätsanforderungen an Nationalparks nicht. Die Ausweisung eines Nationalparks Senne ist nicht möglich. Das schreibt EUROPARC Deutschland e.V. Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf.

 

EUROPARC ist der Dachverband der Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks in Deutschland (www.europarc-deutschland.de ). Dem Verband gehören alle deutschen Nationalparks, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), der NABU Bundesverband, die Umweltstiftung WWF Deutschland, Landesministerien und andere namhafte Naturschutzorganisationen an.

 

Das Schreiben von EUROPARC ist eine Antwort auf eine Anfrage von Dr. Wulf. Augustdorfs Bürgermeister hatte ein von der Landesregierung NRW in Auftrag gegebenes Gutachten, in welchem die Nationalparkwürdigkeit der Senne geprüft wurde, mit Gutachten verglichen, die im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz erstellt wurden.

 

 

Das Gutachten für die Landesregierung NRW wurde 2004 von der Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten (LÖBF) erstellt.

 

Für EUROPARC schreibt nun dessen stellvertretender Vorsitzender Karl Friedrich Sinner an Dr. Wulf: "Ich stimme Ihnen in Ihren Analysen des Gutachtens der LÖBF (2004) zu, dass unter den Bedingungen dieses Gutachtens die Ausweisung eines Nationalparks nicht möglich ist. Genauso eindeutig fällt die Antwort aus auf Ihre Frage, ob parallel zur militärischen Nutzung die Ausweisung als Nationalpark denkbar wäre. Dies ist nicht möglich."

 

Hinsichtlich eines möglichen Nationalparks Senne/Teutoburger Wald/Eggegebirge sieht sich Dr. Wulf in seiner Auffassung bestätigt, dass die Senne nicht Kernzone, sondern Anhängsel eines solchen Nationalparks wäre. Dazu schreibt EUROPARC: "Ob eine Perspektive in Verbindung mit dem Teutoburger Wald/Eggegebirge zielführend ist, hängt von der Vernetzung der Teilgebiete und den damit verbundenen Zielen ab. Richtig ist allerdings, dass auch eine solche Lösung nichts daran ändert, dass in der Senne die nationalparkspezifischen Dinge nicht stattfinden."

 

In der Senne ist es nach Auffassung der LÖBF nicht möglich, mindestens 75 % der Fläche der natürlichen, vom Menschen ungestörten Entwicklung zu überlassen. Denn für den Naturschutz wertvoll sind in der Senne vor allem die vom Menschen geschaffenen und vom Militär erhaltenen Offenlandlebensräume, besonders die Heide- und Grasbiotope. Dort lebt der allergrößte Teil der seltenen und ge­fährdeten Tier- und Pflanzenarten.

 

In einem Nationalpark soll sich die Natur jedoch nach ihren eigenen Gesetzen entwickeln. Das würde dazu führen, dass die Heide- und Graslandschaft zu einer Waldlandschaft würde. Ein großer Teil der bedrohten Tier- und Pflanzenarten könnte dadurch in der Senne aussterben.

 

In seinem Brief hatte Augustdorfs Bürgermeister auch darauf hingewiesen, dass die Kulisse eines Nationalparks seit über 20 Jahren durch die Landschaft wandert: Zunächst sollte ein Nationalpark in der Senne nach einem Abzug des Militärs eingerichtet werden. Dann wollte die Landesregierung die Senne bei gleichzeitiger militärischer Nutzung zum Nationalpark machen. Kurz darauf wurde das Eggegebirge in die Gebietskulisse einbezogen.

 

Anschließend wurde nur noch das Eggegebirge ohne Senne als möglicher Nationalpark diskutiert. Dann entwickelte der Kreis Lippe die Idee, einen Nationalpark im Teutoburger Wald und im Eggegebirge ohne Einbeziehung der Senne auszuweisen. Die neue Landesregierung will nun sowohl die Senne als auch den Teutoburger Wald und das Eggegebirge zu einem Nationalpark machen. Dazu sagt EUROPARC: "Eine Gebietskulisse kann … nicht beliebig hin- und hergeschoben werden, sondern muss den nationalen und internationalen Qualitätsanforderungen genügen."



  • Druckversion dieser Seite
.