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Nationalparkwürdigkeit der Senne bleibt nicht gegeben

30.03.2011

 

Bürgermeister Dr. Wulf widerspricht Dr. Roeder

 

 

Augustdorfs Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf begrüsst den Meinungswechsel der Vorsitzenden des Fördervereins Nationalpark Senne-Eggegebirge Dr. Ute Roeder. Noch in der letzten Woche habe sie auf einer Veranstaltung der Augustdorfer SPD gesagt, es sei möglich, 75 % der Senne der natürlichen Waldentwicklung zu überlassen und damit erhebliche Teile der wertvollen Kulturlandschaft aufzugeben. Jetzt gestand sie ein, dass es in der Senne schwierig werden könnte, das 75 %-Kriterium zu erfüllen. In Nationalparks ist aber genau das ein wesentlicher nationaler und internationaler Qualitätsstandard, u.a. der IUCN.

 

Dr. Wulf weist darauf hin, dass die rot-grüne Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben habe, dass Nationalparks in NRW den internationalen Kriterien der IUCN genügen sollen. Der ehemalige Bundesumweltminister und heutige SPD-Bundesvorsitzende Sigmar Gabriel hat 2009 versucht, die internationalen Kriterien im Bundesnaturschutzgesetz zu verankern. Er wurde in diesen Bemühungen von der GRÜNEN-Bundestagsfraktion unterstützt. Dieser Fraktion gehört die ehemalige nordrhein-westfälische Umweltministerin Bärbel Höhn (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) an. Dr. Wulf: "Man darf also davon ausgehen, dass die nordrhein-westfälische Landesregierung auch für die Senne die Erfüllung der IUCN-Kriterien anstrebt. Es gibt keinen Grund, warum bei der Senne eine Ausnahme gemacht werden sollte."

 

Dass die IUCN-Kriterien aber in der Senne nicht erfüllbar sind, hat bereits die Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten im Jahr 2004 ausdrücklich festgestellt. Die Anteile des wertvollen und zwingend zu erhaltenden Offenlandes auf dem Truppenübungsplatz Senne betragen rd. 38 %.

 

Es sei auch zweifelhaft, ob überhaupt wenigstens 50 % des Sennegebietes einer natürlichen Waldentwicklung überlassen bleiben könnten. Denn auf dem Truppenübungsplatz Senne gibt es auch private Waldflächen, die nicht gegen den Widerstand der Eigentümer in einen Nationalpark einbezogen werden sollen. Außerdem erklärten sowohl Dr. Roeder als auch Lippes Landrat Friedel Heuwinkel, dass in einem Teil der Wälder eines Nationalparks weiter Holz geerntet werden kann. "Wenn die Privatwaldflächen und die Waldflächen für die weitere Holznutzung herausgerechnet werden, dann könnten nicht einmal 50 % der Senne der natürlichen Entwicklung überlassen bleiben", resümiert Dr. Wulf.

 

Augustdorfs Bürgermeister weist außerdem darauf hin, dass in einem Nationalpark nicht nur 75 % der Fläche ohne menschlichen Einfluss, sondern dass diese Fläche möglichst auch zusammenhängend und unzerschnitten sein soll. Das fordere nicht nur EUROPARC, sondern auch das Bundesamt für Naturschutz. Diese Bedingung kann in der Senne nicht erfüllt werden.

 

Die Widersinnigkeit der Nationalparkdebatte zeige sich besonders bei einem Blick in die Vergangenheit und über die Grenzen des Truppenübungsplatzes hinaus. Seit 1984 fördert das Land Nordrhein-Westfalen die Zurückdrängung des Waldes in der Senne. In einem Nationalpark müssten Flächen, die in der Vergangenheit mit öffentlichen Geldern vor der Wiederbewaldung bewahrt wurden, nun der natürlichen Waldentwicklung überlassen bleiben.

 

Während in einem Nationalpark Senne Offenland zur Wiederbewaldung freigegeben würde, sollen Kiefernwälder außerhalb des Truppenübungsplatzes wieder in Heideflächen oder in lichte Heidewälder umgewandelt werden, und zwar ebenfalls mit erheblicher finanzieller Unterstützung des Landes und des Bundes. Dazu Dr. Wulf: "Die Kiefernwälder am Bärenbachtal liegen in der Nationalparkkulisse. Sie sollen zu einem neuen Urwald werden. Direkt hinter der Grenze des Truppenübungsplatzes beginnt die Kulisse des Naturschutzgroßprojektes Senne. Dort sollen die Kiefernwälder zum Teil zu Gunsten von Heideflächen gerodet, zum Teil zu lichten Heidewäldern umgestaltet werden - beides mit Geldern des Landes. Das ist niemandem vermittelbar."



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