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Keine Doppelnutzung der Senne

01.03.2011

 

Umweltminister Remmel besucht Panzerbrigade 21

Landesumweltminister Johannes Remmel hat die Panzerbrigade 21 „Lipperland“ besucht. Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf nahm an dem 1,5-stündigen Termin teil.

 

Der Minister habe mitgeteilt, dass die Senne dauerhaft militärisch genutzt werden könne, berichtet Dr. Wulf. Das gelte auch für die Bundeswehr, falls diese den Truppenübungsplatz von den Briten übernähme. Für die Landesregierung gelte der Landtagsbeschluss von April 2005 (Drucksache 13/6219), wonach die militärische Nutzung nicht in Frage stehe und nicht eingeschränkt werden solle. Ein Nationalpark solle bei gleichzeitiger militärischer Nutzung eingerichtet werden.

 

Dazu Augustdorfs Bürgermeister: „Dass die Verdrängung des Militärs aus der Senne kein Ziel der Landesregierung ist, klingt zunächst einmal positiv.“ Dr. Wulf erinnert daran, dass der Bezirksrat OWL von Bündnis 90/ Die Grünen noch am 10.12.2010 eine Nachfolgenutzung der Senne durch deutsche oder andere Truppen „entschieden“ abgelehnt hat. Das fordert auch der Aktionskreis „Freie Senne“.

 

Allerdings ist der Bürgermeister davon überzeugt, dass eine Ausweisung des Truppenübungsplatzes Senne als Nationalpark zu ständigen Konflikten zwischen Militär und Naturschutz führte. Auch enttäuschte Erwartungen an eine touristische Entwicklung würde man dem Militär anlasten. Die Bundeswehr verließe dann früher oder später Augustdorf und die Senne. Damit gingen der Region über 4.000 Arbeitsplätze und eine große Wirtschaftskraft verloren. Diesen Verlust könnte ein Nationalpark nicht annähernd ausgleichen.

 

Der Vorschlag des Ministers sei auch fachlich nicht akzeptabel. Nationalparke schützen in Deutschland Naturlandschaften. In ihnen soll sich die Natur ohne jeden menschlichen Einfluss entwickeln. Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Angeln, Jagd, das Sammeln von Brennholz, Pilzen, Beeren und auch eine militärische Nutzung widersprechen den Zielen von Nationalparks. Das haben u.a. das Bundesamt für Naturschutz und der Dachverband der deutschen Nationalparke, der Verein EUROPARC Deutschland e.V., klar festgestellt.

 

Im Übrigen bestehe überhaupt kein Bedarf nach einer zügigen Nationalparkausweisung, meint Dr. Wulf. Denn die Senne habe ihren hohen Naturschutzwert in den letzten 120 Jahren durch die militärische Nutzung und den militärischen Schutz erlangt. Es sei derzeit nicht zu befürchten, dass sich daran etwas ändern könnte. Auch die wenigen im letzten Jahr gebauten Übungsdörfer hätten den Naturschutzwert der Senne nicht im Geringsten verändert.

 

Die Senne sei eine alte Kulturlandschaft, die als solche nur erhalten werden kann, wenn sie vom Menschen bewirtschaftet wird. Das Militär tue dies erfolgreich und für das Land NRW extrem kostengünstig, sagt Augustdorfs Bürgermeister.

 

Die Teilnehmer des Termins mit dem Umweltminister wurden von den britischen Streitkräften auch zu einem Hubschrauber-Rundflug über die Senne eingeladen. „Ich fühlte mich an Professor Grzimeks Film „Serengeti darf nicht sterben“ erinnert. Wir flogen über eine weite, offene Steppenlandschaft mit eingestreuten Waldflächen. Immer wieder sahen wir Herden von Damwild“, beschreibt Dr. Wulf seine Eindrücke: „Das ist eine wunderbare Landschaft, die nur durch ständige Eingriffe des Menschen erhalten werden kann.“ Andernfalls würde sie sich komplett bewalden. Weil genau das in einem Nationalpark gefordert sei, passe ein Nationalpark nicht zur Senne.



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