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Rat vehement gegen Nationalpark

22.07.2011

 

Der Rat hat am 22. Juli mit den Stimmen von CDU, FWF und FDP (22 Stimmen) gegen die SPD (9 Stimmen) beschlossen: „Die Gemeinde Augustdorf ist vehement gegen die Einrichtung eines Nationalparks Teutoburger Wald/ nördliches Eggegebirge/ Senne.“

 

Der Beschluss beruht auf einem Antrag der FDP-Fraktion. Die FDP begründet den Antrag damit, dass ein Nationalpark in unserer Region nach europäischen und deutschen Kriterien nur in der Kulisse Senne, Teutoburger Wald und nördliches Eggegebirge genehmigungsfähig sei. Die Einbeziehung der Senne bedeute aber die Schließung des Bundeswehrstandortes Augustdorf. Damit wäre ein wirtschaftlicher Einbruch in Augustdorf und in der Region sowie eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit verbunden.

 

Ein Nationalpark würde durch die Einschränkung der forstwirtschaftlichen Nutzung der örtlichen Holz- und Möbelindustrie das wirtschaftliche Rückgrat brechen. Dadurch würde die Arbeitslosigkeit exorbitant steigen. Selbst die Gutachter des Kreises Lippe sagen, dass sich die Einrichtung eines Nationalparks in Lippe wirtschaftlich nicht auszahlt, so die FDP.

 

Bürgermeister Dr. Andreas Wulf wies ergänzend darauf hin, dass beide Industrie- und Handelskammern (IHK) in OWL den Nationalpark eindeutig ablehnen. Selbst der gemeinsame Tourismusausschuss der IHKs in Detmold und Bielefeld lehnt den Nationalpark ab, weil er touristisch nicht viel bringt. Im Tourismusausschuss sitzen diejenigen, die durch den Nationalpark eigentlich gefördert werden sollen, stellt Dr. Wulf fest: „Die Befürworter wollen mit einem Nationalpark die Wirtschaft fördern. Die Wirtschaft sagt: Der Nationalpark fördert uns nicht, sondern schädigt die Wirtschaft. Die Befürworter bleiben trotzdem bei ihrem Projekt. Das ist eine absurde Situation.“

 

Für die Augustdorfer Bürgerinnen und Bürger würde ein Nationalpark neue Einschränkungen bedeuten: Auf mindestens 75% der Nationalparkfläche würde keine Forst- und Holzwirtschaft mehr stattfinden. Es dürfte auch kein Brennholz mehr gewonnen werden. Außerdem ist davon auszugehen, dass Wege gesperrt werden. Die verbleibenden Wege dürfen nicht verlassen, Pflanzen nicht beschädigt werden. Das Sammeln von Beeren, Pilzen, Bärlauch und Heidesträußen wäre somit verboten.

 

Schließlich sei ein Nationalpark auch für die Natur nicht erforderlich: Der heute vorhandene Wald ist vom Menschen geschaffen und gestaltet worden. „Seit es Menschen in unserer Region, haben diese den Wald genutzt“, so Dr. Wulf. Die große Bedeutung für den Naturschutz ist somit auch das Ergebnis der Bewirtschaftung. Es gibt daher keinen zwingenden Grund, die Forst- und Holzwirtschaft zu verdrängen. Das wäre aber die zwangsläufige Folge der Ausweisung eines Nationalparks.

 

Manche seltenen Arten würden sogar durch einen Nationalpark in ihrem Bestand gefährdet. Der Bürgermeister nennt den Sperlingskauz als Beispiel. Mit diesem kleinen Vogel wird begründet, warum der Teutoburger Wald Nationalpark werden soll. Allerdings lebt der Sperlingskauz in Nadelwäldern und in nadelholzreichen Mischwäldern. Diese sollen aber in einem Nationalpark zu Laubwäldern umgewandelt werden. Damit würde der schutzbedürftige Sperlingskauz seinen Lebensraum verlieren.



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