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Die Senne als Biosphärenreservat?

18.11.2011

 

Die Ausweisung des Truppenübungsplatzes Senne als Nationalpark ist naturschutzfachlich nicht zu rechtfertigen, meint Augustdorfs Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf. Er beruft sich dabei auf einschlägige Expertenurteile. Die Senne ist eine alte historische Kulturlandschaft. Nationalparke dienen aber dem Schutz von Naturlandschaften. Wer er mit einem Nationalpark in der Senne ernst meint, müsste die typische, weite Heide- und Graslandschaft größtenteils der Wiederbewaldung überlassen.

 

Wulf empfiehlt daher, für eventuell aus der militärischen Nutzung fallende Flächen über die Ausweisung eines Naturschutzgebietes in Verbindung mit einem Naturpark oder eines Biosphärenreservats nachzudenken. Beide Varianten bergen deutlich weniger Konflikte als ein Nationalpark und könnten somit eher einvernehmlich verwirklicht werden.

 

Die historische Kulturlandschaft ‚Senne’ mit ihrem großen Bestand an seltenen und gefährdeten Tieren- und Pflanzenarten könne durch die Ausweisung von Naturschutzgebieten ausreichend geschützt werden. In Naturschutzgebieten können die gleichen Beschränkungen für menschliche Aktivitäten verhängt werden, wie in Nationalparken. Die zentrale Kategorie des Naturschutzrechts für die Förderung der Erholungsnutzung und des Tou­rismus sei der Naturpark – nicht der Nationalpark.

 

Der Bürgermeister empfiehlt, die Vorschläge des ehemaligen Landes­umweltministers Eckhard Uhlenberg (CDU) zur Ausweisung eines Biosphä­renreservates in der Region wieder aufzugreifen. Das hätte bereits Frau Ministerin Ute Schäfer (SPD) in Bezug auf den Lippischen Wald getan (LZ vom 11.11.2010). Auch das Bundesamt für Naturschutz vertritt die Auffassung, dass Senne und Teutoburger Wald ggf. als Biosphärenreservat geeignet sind (Steer, U. Scherfose, V. u. Balzer, S. (2008): Ausgewählte Aspekte des deutschen Schutzgebietssystems; in: Natur und Landschaft, Heft 3/2008, S. 93-100).

 

Allerdings müsste ein Biosphärenreservat nicht so groß sein, wie seinerzeit von Minister Uhlenberg vorgeschlagen. Die Mindestgröße von 30.000 ha könnte im Bereich von Senne, Teutoburger Wald und Eggegebirge annähernd erreicht werden.

 

In einem Biosphärenreservat könnten die für die Senne, den Teutoburger Wald und das Eggegebirge formulierten naturschutzfachlichen, forstwirtschaftlichen und touristischen Ziele miteinander vereinbart werden. Im Mittelpunkt von Biosphärenreservaten steht die nachhaltige Erhaltung und Entwicklung der von Menschen genutzten Kulturlandschaft, wohingegen der Mensch in Nationalparken grundsätzlich ein Störfaktor ist.

 

Die Wälder des Teutoburger Waldes und der Egge könnten in einem Biosphärenreservat größtenteils weiter be­wirtschaftet werden, die wertvolle Kulturlandschaft der Senne könnte auch zukünftig naturschutzfachlich gepflegt werden. Nur relativ kleine Flächenanteile müssten ganz aus der Nutzung genommen. Weil Biosphärenreservate Musterregionen für die nachhaltige Landnutzung sind, dürfte es auch vielfältige finanzielle Fördermöglichkeiten geben.

 

Der Bürgermeister weist darauf hin, dass das Gutachten „Konzeption und Wirtschaftlichkeit des Nationalparks Teutoburgerwald/Eggegebirge“ der Roland Berger Strategy Consultants (2010, erarbeitet im Auftrag von Kreis Lippe und Landesverband Lippe) vorschlägt, wesentliche Elemente eines Biosphärenreservates in Lippe umzusetzen. In dem Gutachten wird angeregt, „das“ zentrale Thema von Biosphärenreservaten auf einen lippischen Na­tionalpark zu übertragen: Das Thema des Nationalparks Lippe soll „Mensch und Natur“ sein. Biosphärenreservate sind ein wesentlicher Teil des UNESCO-Programms „Man and Biosphere“ (MAB; zu deutsch „Der Mensch und die Biosphäre“), das bereits 1970 ins Leben gerufen wurde.

 

Der Bürgermeister sieht die Strategie des nordrhein-westfälischen Umweltministeri­ums sowohl einen Nationalpark Teutoburger Wald/ Eggegebirge als auch ein Nationalpark Senne parallel voranzutreiben kritisch: „Die Lobbyisten eines Nationalparks Senne haben offenbar erkannt, dass die Kulturlandschaft Senne die naturschutzfachlichen Anforderungen an Nationalparks nicht erfüllen kann. Daher braucht man auch den Teutoburger Wald“.

 

Die Einbeziehung des Teutoburger Waldes und der Egge in einen Nationalpark sei notwendig, um die Idee vom Nationalpark Senne zu retten. Das, was einen Nationalpark ausmacht, würde dann schwerpunktmäßig im Teutoburger Wald und in der Egge, aber nicht in der Senne stattfinden: die natürliche, vom Menschen ungestörte Entwicklung von Wäldern. Die Senne wäre daher auch nicht der Kern eines Nationalparks, sondern dessen Anhängsel.

 

Weitergehende Ausführungen zu Biosphärenreservaten können Sie in der beigefügten Datei entnehmen.

 

 

Anlage



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