Grußwort des Bürgermeisters

 

Sennesperrzeiten

 

Schulzentrum

 

Zukunft-des-Freibades

 

ISEK

 

Schadensmeldung

Vergabe

.

Senne: Kein Widerspruch bei EUROPARC

04.04.2011

 

Stellungnahmen von 2005 und 2011 beziehen sich auf unterschiedliche Gebiete

"Es bleibt dabei: Die Senne ist als alte Kulturlandschaft zwar hochgradig naturschutzwürdig, aber nicht nationalparkwürdig. Damit die Senne in einen Nationalpark integriert werden kann, müssen der Teutoburger Wald oder das Eggegebirge Nationalpark werden", stellt Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf fest.

 

Er sieht sich durch die Reaktionen auf das jüngste Schreiben von EUROPARC Deutschland e.V. bestätigt. Der Dachverband der deutschen Nationalparke hat Dr. Wulf mitgeteilt, dass das Gebiet des heutigen Truppenübungsplatzes Senne mit den bestehenden Naturschutzvorgaben die fachlichen Anforderungen an einen Nationalpark nicht erfüllen kann, und zwar weder mit noch ohne Militär. Denn der naturschutzfachliche Wert der Senne beruht auf der offenen Heide- und Graslandschaft, die zu erhalten ist. Ein Nationalpark schützt aber vor allem große zusammenhängende Wälder, die nicht mehr bewirtschaftet werden.

Nationalparkbefürworter hatten nach dem neuesten Schreiben von EUROPARC auf eine ältere Stellungnahme aus dem Jahr 2005 verwiesen. Der damalige Vorsitzende des Vereins, Dr. Eberhard Henne, soll vor 6 Jahren gesagt haben, "das Gebiet" erfülle die Forderungen an einen Ziel- und Entwicklungsnationalpark. Nach einer Pressemitteilung des NABU NRW vom 31.03.2011 hat sich Dr. Henne allerdings auf die Gebietskulisse Senne-Eggegebirge bezogen. In der Stellungnahme aus März 2011 hat EUROPARC hingegen dem Gebiet des Truppenübungsplatzes Senne, ohne das Eggegebirge, die Nationalparkwürdigkeit abgesprochen.

 

Insofern gibt es keinen Widerspruch zwischen den Stellungnahmen von 2005 und 2011, resümiert Dr. Wulf. Die Senne könne die nationalen und internationalen Qualitätsmerkmale von Nationalparks nicht erfüllen. Große Waldgebiete, wie das Eggegebirge oder der Teutoburger Wald könnten das hingegen schon, wenn sie ausreichend naturnah sind und die forstliche Bewirtschaftung sowie andere Nutzungen, wie das Sammeln von Brennholz, Beeren oder Pilzen, auf mindestens 75 % der Fläche eingestellt werden.

 

Nachdem das Land 1991 beschlossen hat, dass die Senne nach einer eventuellen Aufgabe der militärischen Nutzung ein Nationalpark werden soll, wurde die Landesanstalt für Ökologie, Bodenordnung und Forsten (LÖBF) 13 Jahre später beauftragt, zu prüfen, ob die Senne den Anforderungen eines Nationalparks entsprechen kann. Die LÖBF stellte fest, dass auf dem Gebiet des Truppenübungsplatzes Senne die internationalen Qualitätsmerkmale nicht erfüllt werden können. Daraufhin legte die Landesregierung im Februar 2005 eine neue Gebietskulisse vor, die Staatswaldflächen im Umfang von rd. 11.000 ha im Eggegebirge einschloss - wobei der Staatswald im Egge­gebirge keinen Zusammenhang zur Senne aufwies und aus drei separaten Teilflächen bestand.

 

"Zu dieser Gebietskulisse wird sich EUROPARC 2005 geäußert haben", mutmaßt Dr. Wulf. Augustdorfs Bürgermeister weist jedoch darauf hin, dass diese Gebietskulisse nicht mehr aktuell ist, denn ein großer Teil des Staatswaldes, der 2005 noch Nationalpark werden sollte, soll gegen Flächen des Landesverbands Lippe im Teutoburger Wald getauscht werden. Die Gebietskulisse, zu der sich Dr. Henne geäußert habe, steht in dieser Form nicht mehr zur Diskussion.

 

Nach heutigen Maßstäben wäre die Kulisse Senne-Egge außerdem kritisch zu beurteilen, weil sie nicht zusammenhängend ist, sondern aus 4 Teilflächen besteht, und weil sie sehr lange Außengrenzen aufweist. EUROPARC bevorzugt hingegen kompakte, zusammenhängende Gebiete, die unzerschnitten sind und wenige Außengrenzen haben.

 

Dr. Wulf versteht die Verwunderung von Nationalparkbefürwortern, wie Dr. Ute Roeder (Förderverein Nationalpark Senne-Eggegebirge) oder Josef Tumbrink (NABU NRW) nicht: "Die müssen doch wissen, dass EUROPARC 2005 ein ganz anderes Gebiet betrachtet hat als 2011. Auch wenn immer wieder der Eindruck erzeugt wird: Die Nationalparkwürdigkeit ist nicht unabhängig von der konkreten Fläche."

 

Für den Bürgermeister ist klar: "Die Senne selbst ist nicht eigenständig nationalparkwürdig, wie z.B. Frau Dr. Roeder gerne behauptet. Die Senne kann nur ein Anhängsel in einem Nationalpark sein, dessen Kern im Teutoburger Wald oder im Eggegebirge liegt." Um das politische Projekt "Nationalpark Senne" zu retten, muss im Teutoburger Wald und Eggegebirge die Forstwirtschaft aufgegeben werden.



  • Druckversion dieser Seite
.