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Kriminalität 2009 in Augustdorf

14.04.2010

 

Zahl der Straftaten rückläufig - hohe Jugendkriminalität

Nachdem die Zahl der Straftaten 2008 deutlich angestiegen ist, hat sie im Jahr 2009 wieder abgenommen. Im letzten Jahr wurden in Augustdorf 399 Straftaten registriert. Im Vorjahr waren es noch 428. Das ist eine Abnahme um 6,8%. In ganz Lippe sank die Kriminalität „nur" um 3,4%.

 

Gezählt wurden die Straftaten, bei denen die Ermittlungen im Berichtszeitraum abgeschlossen worden sind (Daten der polizeilichen Kriminalitätsstatistik). Insgesamt liegt die Kriminalitätsbelastung von Augustdorf unter dem Wert für den gesam­ten Kreis Lippe. Der Kreis Lippe hat die niedrigste Kriminalitätsbelastung aller Kreise und kreisfreien Städte von ganz Nordrhein-Westfalen.

 

Diese und weitere Fakten und Zahlen stellte der 1. Kriminalhauptkommissar Klaus Becker von der Kreispolizeibehörde Lippe dem Augustdorfer Präventionsrat vor. Im Jahr 2009 gab es weniger Diebstähle, leichte Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Straftaten gegen das Leben sowie Verstöße gegen strafrechtliche Nebengesetze wie z. B. gegen das Betäubungsmittelgesetz.

 

Die Statistik nennt beispielsweise nur fünf erfolgte oder versuchte Woh­nungseinbruchsdiebstähle. Straftaten ge­gen das Leben gab es 2009 nicht.

Die Zahl der Sach­beschädigungen sank von 98 im Jahr 2008 auf nunmehr 87 - was auch auf den Einsatz von Außendienstmitarbeitern des Ordnungsamtes zurückzuführen sein könnte.

 

Angestiegen ist hingegen die Zahl der gefährlichen bzw. schweren Körper­verletzungen (von 16 auf 18 Fälle) sowie die Gewaltkriminalität (von 18 auf 23 Fälle). Ein besonders starker Anstieg war bei den Vermögens- und Fäl­schungsdelikten zu verzeichnen: Hier stehen 58 Fälle im Jahr 2009 33 Fällen im Jahr 2008 gegenüber.

 

Die Kriminalitätshäufigkeitszahl (KHZ) von Augustdorf betrug im Jahr 2009 4.164. Diese Zahl gibt an, wie viele Straftaten bezogen auf 100.000 Ein­wohner begangen wurden. Für ganz Lippe lag die KHZ bei 4.354. Aller­dings ist festzustellen, dass die meisten lippischen Kommunen eine deut­lich niedrigere KHZ aufwiesen als Augustdorf. Nur in fünf größeren lippi­schen Städten war die Kriminalitätsgefährdung höher als in Augustdorf.

 

Allerdings ist eine Augustdorfer Besonderheit zu berücksichtigen: Im Gemeindegebiet befindet sich eine Erziehungseinrichtung für Jugendliche. Straftaten, die dort begangen werden, verschlechtern die KHZ für ganz Augustdorf.

 

Auffallend hoch war die Zahl der Jugendlichen (14 - 17 Jahre), die ver­dächtigt wurden, Straftaten begangen zu haben. Das bringt die Tatver­dächtigtenbelastungszahl (TVBZ) zum Ausdruck. Die TVBZ gibt die Anzahl jugendlicher Täter hochgerechnet auf 100.000 Einwohner desselben Be­völkerungsanteils wieder. Diese Zahl lag für Augustdorf für die Jugendli­chen im Jahr 2009 bei 12.559.

 

Im Jahr 2008 betrug diese Zahl noch 7.879. Damit erreicht Augustdorf einen Spitzenplatz in ganz Lippe. Der Wert für den Kreis lag 2009 bei 6.194.

 

Allerdings ist ein Teil des Anstiegs auch auf mehr Anzeigen durch die Gemeinde zurückzuführen. Das Ordnungsamt hat im letzten Jahr konsequent Hausverbote ausgesprochen, wenn Jugendliche beispielsweise auf Schulhöfen Alkohol getrunken haben. Wurden die Hausverbote missachtet, wurde Anzeige erstattet.

 

Auch die TVBZ für Kinder (8 - 14 Jahre) stieg an, und zwar von 1.643 im Jahr 2008 auf 1.750 in 2009. Rückläufig war hingegen die TVBZ für He­ranwachsende (18 - 20 Jahre): Sie sank von 8.350 auf 4.609. Insgesamt wurden 2009 15 Kinder, 80 Jugendliche und 23 Heranwachsende der Be­gehung von Straftaten verdächtigt. 121 Tatverdächtige waren 21 Jahre alt oder älter. Damit waren 49,4% der Tatverdächtigen in Augustdorf unter 21 Jahre alt. Im gesamten Kreis Lippe waren das nur 33,4%.

 

Olaf Kupsch vom Ordnungsamt der Gemeinde berichtete, dass es mit Hilfe der 2009 eingesetzten Außendienstmitarbeiter möglich war, Störer namentlich zu erfassen und Fehlverhalten zu ahnden. Sehr wirksam sei es gewesen, dass Ordnungsamt und Polizei gemeinsam die Eltern von Jugendlichen besucht und über das Verhalten ihrer Kinder informiert haben.

 

Wolfgang Lissel, Straßensozialarbeiter betonte die Notwendigkeit der aufsuchenden Jugendarbeit. Denn die Jugendlichen, die zu Fehlverhalten neigen, halten sich bevorzugt auf der Straße, auf Spielplätzen, in Grünanlagen und auf Schulhöfen auf.

 

Bürgermeister Dr. Andreas Wulf äußerste abschließend den Wunsch, dass es der Gemeinde trotz Nothaushalt auch in 2010 möglich sein wird, wie im letzten Jahr auf den Straßen präsent zu sein.

 



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