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Drei neue Übungseinrichtungen geplant

20.02.2009

Briten wollen Übungsdorf auf 'Augusta' bauen


Die Bezirksregierung Detmold hat das Kenntnisgabeverfahren zu den geplanten Baumaßnahmen auf dem Truppenübungsplatz Senne eröffnet. Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf erhielt die Planungsunterlagen. Die Gemeinde hat nun die Möglichkeit, bis zum 20. April 2009 Stellung zu dem Vorhaben zu nehmen.

Auf Augustdorfer Gebiet sind drei neue Einrichtungen geplant: Eine vorgeschobene Operationsbasis, ein Höhlenkomplex und ein Übungsdorf. Zwei sollen nördlich der Kribbentorstraße an der Basis der Schießbahn B errichtet werden. Das Übungsdorf ist im Bereich Augusta-Ost geplant. Es soll nah an der Panzerringstraße, gegenüber der Schranke 29 gebaut werden. Dieser Standort befindet sich lediglich 700 m von den Häusern am Kampweg und am Tharkamper Weg entfernt. Bis zur Wohnbebauung in der Triften- und der Heidestraße sind es etwa 900 m.

Ein weiteres Übungsdorf ist auf Stukenbrocker Gebiet vorgesehen. Aufgrund der vorherrschenden Windrichtung ist nicht auszuschließen, dass Augustdorf auch von Übungsgeräuschen aus dieser Anlage betroffen sein wird. Die Entfernung zu den Wohnhäusern im Bereich Pollmannskrug beträgt rd. 2,5 km.

Die Übungsdörfer sollen aus maximal drei in Leichtbauweise errichteten Gebäuden und bis zu 20 provisorischen Bauten aus Stahl- -Containern von ca. 6 oder 12 m Länge errichtet werden. Die Dörfer nehmen eine Fläche von jeweils etwa 1 ha ein.

In der Sitzung bei der Bezirksregierung betonte der Bürgermeister, dass er das Erfordernis einer optimalen Ausbildung von Soldaten gut nachvollziehen kann. Wenn die Politik Soldaten zu gefährlichen Einsätzen schicke, müsse sie auch dafür sorgen, dass die Soldaten die Einsätze möglichst unbeschadet überstehen. Eine gute Ausbildung trage zudem dazu bei, Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden.

Dr. Wulf erwartet jedoch, dass die Interessen der Augustdorfer Bevölkerung stärker als bisher berücksichtigt werden. Er wies darauf hin, dass 60 % des Gemeindegebietes militärisch genutzt werden, und zwar überwiegend von den britischen Streitkräften. Während die Stadt Paderborn Hauptnutznießer der Briten sei, habe Augustdorf die größten Lasten zu tragen. Das Missverhältnis werde durch die neuen Übungseinrichtungen weiter verstärkt. Wie das Immissionsschutzgutachten ergeben hat, sind in Augustdorf die größten Lärmbeeinträchtigungen durch die neuen Übungsdörfer zu erwarten.

Der Bürgermeister stellte fest, dass die Senne zur Heimat der Augustdorfer gehört. Die Menschen hätten ein Recht darauf, ihre Heimat zu erleben. Wenn die Übungsdörfer und die Schießbahnen nicht gleichzeitig zu nutzen sind, dann sei davon auszugehen, dass der Übungsplatz in Zukunft häufiger gesperrt werde. Denn dann müsste die Ausbildung in den Übungsdörfern und auf den Convoyrouten vor oder nach den Schießzeiten stattfinden. Auch die Panzerringstraße zwischen Pollmannskrug und Stukenbrock-Senne ist als Convoyroute vorgesehen. Es sei zu befürchten, dass dieser letzte noch frei befahrbare Abschnitt zukünftig ebenfalls gesperrt werde. Vor diesem Hintergrund fragte Dr. Wulf die Vertreter der Briten und der zuständigen deutschen Verwaltung, ob sie auch die Auswirkungen der neuen Übungseinrichtungen auf die Zugänglichkeit des Truppenübungsplatzes untersucht hätten. Auf diese Frage konnte jedoch niemand antworten.

Der Bürgermeister: "Wir müssen uns die Unterlagen nun gründlich anschauen und politisch beraten, welche Maßnahmen ergriffen werden." Dr. Wulf ist sich mit Bürgermeistern anderer Sennekommunen einig, dass geprüft werden sollte, ob die gewählte Verfahrensart zulässig ist. Das Bundesverteidigungsministerium hat entschieden, dass die neuen Übungseinrichtungen der Landesverteidigung dienen. Zur Anwendung kommt das sogenannte Kenntnisgabeverfahren nach § 80 Abs. 4 Landesbauordnung. Dabei sind die Mitspracherechte der Gemeinde und damit ihre kommunale Planungshoheit erheblich eingeschränkt. Der Bürgermeister hat bereits Kontakt zu einem Rechtsanwalt hergestellt, der schon Erfahrungen mit Vorhaben der Briten in der Senne gesammelt hat.

 

 



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