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Neues Sportheim am Schlingsbruch

27.08.2009

Bürgermeister vermittelt zwischen den Sportvereinen

 

Nachdem der FC Augustdorf und die TuSG Augustdorf zunächst Eigenleistungen für den Weiterbau des Sportheimes im Wert von insgesamt rd. 50.000 Euro zugesichert hatten, hat der FC sein Angebot im Nachgang zurückgenommen. Beide Vereine sollen nach Auffassung des FC jeweils 25.000 Euro an Eigenleistungen erbringen. Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf hatte daher zu einem Gespräch eingeladen, um zwischen den beiden Vereinen zu vermitteln. Weil sich der FC im ersten Gespräch keinen Millimeter bewegt hat, startet der Bürgermeister in der kommenden Woche einen erneuten Vermittlungsversuch. Seine Argumente hat er in einem Brief an die beteiligten Vereine zusammengefaßt. Außerdem hat er während der letzten Heimspiele das Gespräch mit den aktiven Vereinsmitgliedern gesucht.

 

Er wollte das Thema eigentlich aus der öffentlichen Diskussion heraushalten, weil das Ansehen der Gemeinde unter dem Sportheimkonflikt schon genug gelitten haben, sagt Dr. Wulf. Der Bürgermeister hofft darauf, dass in der nächsten Woche eine einvernehmliche Lösung gefunden wird. Offensichtlich gebe es aber im politischen Raum jemanden, der an weiteren öffentlichen Diskussionen interessiert ist. Denn ein Informationsschreiben an die im Rat vertretenen Parteien wurde nach einem Bericht in der Lippe aktuell vom 26.08.2009 an die Presse weitergereicht. Vor diesem Hintergrund informiert der Bürgermeister nun die Öffentlichkeit.

 

Mit Schreiben vom 28.07.2009 hat der FC Augustdorf Eigenleistungen für den Weiterbau des neuen Sportheimes auf dem Schlingsbruch angeboten. Wörtlich heißt es dort: "Folgende Eigenleistungen werden angeboten". Die nachfolgend aufgelisteten Leistungen haben einen Wert von 22.500 Euro. Bereits im Vorfeld hatten die Uralten des FC Leistungen im Wert von rd. 12.000 Euro erbracht. Diese wurden von der Verwaltung angerechnet. So kommt man auf eine Summe von 34.500 Euro. Die TuSG bot Arbeiten im Wert von 15.550 Euro plus nicht bezifferte Handlangerdienste an. Zusammen erreichten die Vereine so die vom Rat geforderte Summe von mindestens 50.000 Euro.

 

Mit einem Brief vom 10.08.2009 zog der FC sein Angebot dann teilweise zurück. Er schrieb, dass Eigenleistungen nur bis zu einer Höhe von 25.000 Euro erbracht werden sollen. Davon war vorher in den im Rathaus geführten Gesprächen und auch in dem Brief vom 27.08. nie die Rede. In dem am 13.08.2009 geführten Vermittlungsgespräch betonte der Vertreter des Fußballs, dass die 25.000 Euro für den FC die absolute Obergrenze seien. Ein Kom­promissvorschlag des Vorsitzenden des Gemeindesportverbandes, dass beide Vereine sich die nicht zugesicherten 10.000 Euro teilen, wurde von der TuSG befürwortet, vom Fußballvertreter aber abgelehnt. Der FC möchte also derzeit weniger Leistungen erbringen, als er erbringen könnte.

 

Der Bürgermeister hat Gesprächen mit verschiedenen Vereinsmitgliedern entnommen, dass folgende Hal­tung die Grundlage für ihr eingeschränktes Engagement ist: Die Mitglieder des FCE und des FC hätten schon jetzt erhebliche Eigenleistungen in den Bau des Sportheimes investiert. Nun komme die TuSG-Tennisabteilung, erhalte die bessere Hälfte des Sportheimes und müsse dafür weniger leisten als der FC.

 

Den Wunsch nach einer Gleichbehandlung aller Beteiligten kann der Bürgermeister gut verstehen. In seinem Brief an die Vereine gibt er aber folgendes zu bedenken:

 

1. Die TuSG hat nicht von sich aus darum gebeten, in das neue Sportheim umzuziehen und dort die 'besseren' Räumlichkeiten im Erdgeschoss zu erhalten. Die Tennisabteilung fühlt sich in dem alten Sportheim durch­aus wohl. Vielmehr entsprach die TuSG-Tennisabteilung einer Bitte des FCE. Am 02.01.2008 teilte der FCE telefonisch mit, dass der FCE das Sporthaus nicht mehr alleine bewirtschaften kann. Es solle versucht werden, weitere Nutzer für das Haus zu finden. Daraufhin hat sich lediglich die TuSG als Mitnutzer gemeldet. Im Mai 2008 einigten sich die Vereine dann auf die Raumaufteilung, die auch jetzt noch aktuell ist.

 

Es ist bedauerlich, dass der FC auf das Café verzichten muss. Das Café mit den angrenzenden Duschen und Umkleideräumen ist aber der einzige Bereich, der für die TuSG-Tennisabteilung von Interesse ist. Nur dort besteht eine unmittelbare Verknüpfung zu den Tennisplätzen.

 

2.  Man sollte den Ausbau des Erdgeschosses nicht isoliert betrachten. Der FC werde voraussichtlich mittelfristig auch die Duschen und Umkleideräume im Kellergeschoss sowie einen Versammlungsraum, wahrscheinlich im Obergeschoss, nutzen. Insge­samt wird der FC also voraussichtlich einen deutlich größeren Teil des Gebäudes nutzen, als die TuSG. Von den 200.000 Euro, die die Gemeinde bereit stellt, kommt dem FC somit ein höherer Anteil zugute. Vor diesem Hintergrund kann man es vertreten, wenn der FC mehr Eigen­leistungen erbringt, als die TuSG.

 

3.  Die Vertreter der TuSG haben erklärt, dass sie über die zugesagten Eigenleistungen in Höhe von 15.550 Euro hinaus gerne bereit sind, Handlangerdienste für die Gewerke zu leisten, die der FC verantwortlich übernehmen will. Vielleicht sind die TuSG-Mitglieder auch bereit, dem FC beim Ausbau des Dachgeschosses und des Kellergeschosses zu unterstützen.

 

4.  Der Gemeinderat hat beschlossen, dass das Sportheim weitergebaut wird, wenn von den Vereinen Eigenleistungen in Höhe von mindestens 50.000 Euro zugesagt werden. Der Bürgermeister hat in der entsprechenden Sitzung dargelegt, dass der Gutachter der Gemeinde Extertal der Auffassung war, dass die Vereine bis zu 25 % der Baukosten durch Eigen­leistungen einsparen können. Das entspricht für das Erdgeschoss einer Summe von über 60.000 Euro. Dem Rat wurde empfohlen, unter dieser Summe zu bleiben, damit die Vereine nicht aus Sorge, diesen Wert nicht erreichen zu können, gehemmt werden. Die Verwaltung und wohl auch die Mehrheit der Ratsmitglieder hegten jedoch die Hoffnung, dass die Vereine sich nach Kräften bemühen werden, soviel Eigenleistungen wie möglich zu erbringen und die Summe von 50.000 Euro zu übertreffen.

 

5.  Die TuSG-Tennisabteilung hat erklärt, dass sie soviel leisten möchte wie ihr möglich ist, und zwar auch über die zugesicherten 15.550 Euro hinaus. Die Gemeinde hat ihrerseits bereits 24.000 Euro mehr in das Sportheim investiert als ursprünglich geplant war. Sie hat jetzt noch einmal 200.000 Euro bereit gestellt. Das Engagement der Gemeinde geht somit erheblich über die Summe hinaus, die das Erdgeschoss nach der ursprünglichen Kostenschätzung des FCE ins­gesamt kosten sollte. Die 200.000 Euro könnte die Gemeinde problemlos für andere Projekte im Gemeindegebiet verwenden, z. B. für die Sanierung des Jugendtreffs oder für die Entwicklung der Rühlmannstätte. Dass der Rat noch einmal so viel Geld für den Sport bereit stellt, wird im Dorf vielfach kritisch gesehen. Auch die Gemeinde ist also bereit, den Sportheimbau soweit wie möglich zu unterstützen. Vor diesem Hinter­grund bittet Bürgermeister Dr. Wulf den FC noch einmal zu überdenken, ob man die Linie, weniger zu tun als man eigentlich tun könnte, aufrechterhalten möchte.

 

6.  Man muss jeden nach seinen Möglichkeiten beurteilen. Alles andere ist ungerecht. Der ehemalige FCE-Vorsitzende hat die Verwaltung immer wieder darauf hingewiesen, dass der FCE ein relativer kleiner Fußballverein ist. Die Gemeinde dürfe daher von diesem Verein nicht so viele Eigenleistungen erwarten, wie sie größere Vereine in den Nachbar­kommunen zu erbringen vermögen. Der Bürgermeister bittet darüber nachzudenken, ob man das Angebot der TuSG-Tennisabteilung nicht auch an deren Größe messen soll. Wenn die Tennis­abteilung mit rd. 70 Mitgliedern Eigenleistungen in Höhe von 15.550 Euro erbringt und der FC mit rd. 500 Mitgliedern Eigenleistungen in Höhe von 34.500 Euro, dann ist die Leistung je Vereinsmitglied der Tennisabteilung deutlich höher als die Leistung je FC-Mitglied. Das ist kein Vorwurf an den FC und seine Mitglieder. Der Bürgermeister sagt das nur, um dazu anzu­regen, noch einmal über die Frage der Gerechtigkeit nachzudenken.

 

 

Bürgermeister Dr. Wulf kann sich gut vorstellen, dass das Geld, das bei dem Ausbau des Erdgeschosses übrig bleibt, in das Dach- und das Kellergeschoss investiert wird. Mit anderen Worten: Je mehr von den für das Erdgeschoss bereitgestellten 200.000 Euro nicht im Erdgeschoss benötigt werden, um so weiter kann der Ausbau des Dach- und des Kellergeschosses voran getrieben werden. Vor diesem Hintergrund müßte der FC eigentlich dann interessiert sein, auch im Erdgeschoss so viel Eigenleistungen wie möglich zu erbringen. Mit einer Beschränkung der Eigenleistungen auf 25.000 Euro würde der Verein sich ins eigene Fleisch schneiden.

 

Einem Telefonat mit dem FC-Vorsitzenden hat der Bürgermeister entnommen, dass der FC Interesse daran hat, das Erdgeschoss des Sportheimes allein zu nutzen. Dazu könnte der FC dann möglicherweise sogar Eigenleistungen in Höhe von 50.000 Euro erbringen. Bei dieser Lösung wäre die TuSG allerdings außen vor. Das Dachge­schoss und das Kellergeschoss sind für diesen Verein uninteressant. Die 200.000 Euro für das Sportheim würden ausschließlich dem FC zu Gute kommen. Die Gemeinde müsste auf Dauer zwei Sportheime auf dem Schlingsbruch betreiben, was mit höheren lfd. Kosten verbun­den wäre. Ob der Gemeinderat bereit wäre, das Sportheim auch dann mit 200.000 Euro zu un­terstützen, wenn es nur von einem Verein genutzt würde, bezweifelt der Bürgermeister angesichts der in den nächsten Jahren drohenden Verschlechterung der Haushaltssituation der Gemeinde.

 

Der Bürgermeister bat die beiden Vereine darum, sich nach Kräften um eine Einigung zu bemühen. In der nächsten Woche ist ein weiteres Vermittlungsgespräch vorgesehen. Wird dann keine Einigung erreicht, muß der Haupt- und Finanzausschuss über die weitere Vorgehensweise beraten. Dieser tagt am 03.09. um 19.00 Uhr im Bürgerzentrum, Saal Wanzleben. Die Sitzung ist öffentlich.



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