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Mehr Geld für die Jugend

10.12.2008

Gemeinde will Haus Funkenflug erhalten und die Betreuung der Jugendlichen auf der Straße verbessern


Die Gemeinde Augustdorf will in der Kinder- und Jugendarbeit weiter mit der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Augustdorf kooperieren. Die Betreuungsangebote für Jugendliche, die sich auf den Straßen treffen, will die Gemeinde verbessern. Zum Ausgleich sollen die Zuschüsse an das Haus Funkenflug vermindert werden. Das Jugendzentrum soll seine Angebote zukünftig mit zwei statt bislang drei Mitarbeitern erbringen. Am Ende des Jahres 2009 soll das neue Modell überprüft werden. Das beschloss der Gemeinderat mit den Stimmen der CDU, der FWG und der FDP gegen die Stimmen der SPD.

Auslöser der Neuregelung ist der neue Kinder- und Jugendförderplan des Kreises Lippe. Dieser gilt vom 01.01.2009 bis 31.12.2014. Der Plan ist die Grundlage für die Jugendarbeit in Augustdorf. Der Kreis Lippe wird zukünftig eine Grundversorgung in der Offenen Jugendarbeit abdecken. Dazu werden die Zuschüsse an die Träger der Jugendarbeit erhöht. Träger sind die Ev.-ref. Kirchengemeinde, die das Haus der Offenen Tür Funkenflug (HOT) betreibt, und die Gemeinde, die einen Straßensozialarbeiter beschäftigt und das Feldhaus auf der Wolffstätte betreut.


Allerdings holt sich der Kreis Lippe die erhöhten Zuschüsse von der Gemeinde zurück, indem er die Jugendamtsumlage erhöht. Gegenüber dem Jahr 2008 steigt die an den Kreis zu zahlende Jugendamtsumlage um 36.425 Euro.

Seit Januar 2007 hat sich ein vom Bürgermeister initiierter Arbeitskreis mit den Perspektiven der Jugendarbeit in Augustdorf beschäftigt. Der Arbeitskreis stellte fest, dass die Betreuung der Jugendlichen auf der Straße verbessert werden sollte. Es sollten weitere betreute Treffpunkte eingerichtet werden. Mitglieder des Arbeitskreises betonten, dass es gerade in den Abendstunden und am Wochenende Lücken in den Angeboten gäbe. Das Haus Funkenflug schließt zwischen Mittwoch und Freitag be¬reits um 21.30 Uhr. Am Samstag ist es nur bis 19.30 Uhr geöffnet. Der Arbeitskreis sprach sich auch für die Erhaltung des Jugendzentrums aus.

Vor dem Hintergrund knapper werdender Haushaltsmittel gilt es, die verschiedenen Ziele miteinander in Einklang zu bringen und Schwerpunkte zu bilden, sagt Bürgermeister Dr. Andreas J. Wulf. Die Verwaltung regte daher an, den Vorschlägen eines Gutachters zu folgen. Danach sollen die Betreuungsangebote durch den Einsatz von Honorarkräften und ehrenamtlichen Helfern, die eine Aufwandsentschädigung erhalten können, verbessert werden. Nicht nur das Haus Funkenflug und die Gemeinde, sondern auch Vereine, die offene Angebote für Kinder und Jugendliche unterbreiten, sollen eine Förderung erhalten. Denkbar sei z. B., dass ein Verein am Wochenende Sportangebote unterbreitet, die sich an Nichtmitglieder wenden.

Auf Grundlage dieser Überlegungen bat der Bürgermeister die Ev.-ref. Kirchengemeinde darum, zwei Angebote vorzulegen. Die Variante 1 beinhaltet die Fortsetzung der bisherigen Arbeit mit drei Mitarbeitern. Die Kirchengemeinde und das Kreisjugendamt bevorzugen dies Alternative. Die Variante 2 sieht vor, dass eine zum 31.12.2008 freiwerdende Stelle im Haus Funkenflug nicht wieder besetzt wird. Die Gemeinde übernimmt die Straßensozialarbeit. Der Bürgermeister hält es für zweckmäßig, dass die Straßensozialarbeit nur noch in einer Hand liegt. Die Gemeinde werde schließlich für Störungen auf der Straße verantwortlich gemacht. Außerdem sehen sich die Mitarbeiter des Hauses Funkenflug nicht in der Lage, auch zu ungünstigen Zeiten in ausreichendem Maße Dienst zu leisten. Dr. Wulf: "Ich habe volles Verständnis dafür, dass die Mitarbeiter Zeit für ihre Familien und ihre persönlichen Interessen haben müssen. Dann muss man aber versuchen, dem Betreuungsbedarf der Jugendlichen auf andere Art und Weise zu entsprechen."

Dr. Wulf weist darauf hin, dass eine Stellenreduzierung im Haus Funkenflug auch mit den sinkenden Zahlen von Kindern und Jugendlichen begründet werden kann. 2001 hatte Augustdorf 2.128 Einwohner zwischen 6 und 18 Jahren. Jetzt sind es nur noch 1.764. 2015 sollen es nach einer aktuellen Prognose der Bertelsmann-Stiftung nur noch 1.550 sein (die nächste Förderperiode läuft von 2009 bis 2014).

Der Kreis Lippe hat als Mindestpersonalbedarf für das Haus Funkenflug 1,25 bis 1,5 Fachkräftestellen vorgegeben. Sinkt die Zahl der Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren unter 1.750, dann reichen als Mindeststandard 1,0 bis 1,25 Stellen. Mit den verbleibenden zwei Fachkräften erfüllt das Haus Funkenflug also die Anforderungen des Kreises. Rechnet man den Straßensozialarbeiter der Gemeinde hinzu, so werden die Mindestanforderungen in Augustdorf deutlich übertroffen. Das gilt umso mehr, wenn es gelingt, geeignete Honorarkräfte und ehrenamtliche Mitarbeiter in die Offene Kinder- und Jugendarbeit einzubinden.

Die Mitglieder des Rates sprachen sich mit deutlicher Mehrheit für die Variante 2 aus. Aus dem Budget des Kreises Lippe in Höhe von 117.106 Euro soll die Gemeinde Augustdorf zukünftig 39.106 Euro erhalten. 78.000 Euro gehen an die Kirchengemeinde. Die Gemeinde zahlt 2009 einen Zuschuss in Höhe von 41.380 Euro an das Haus Funkenflug. Der Eigenanteil der Kirchengemeinde sinkt beträchtlich. Die Gemeinde stellt zusätzlich ein Budget in Höhe von 25.000 Euro bereit. Aus diesem Budget sollen weitere Maßnahmen auf den Straßen finanziert werden. Dabei geht es vor allem um Personalkosten, Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche oder Investitionen für dezentrale betreute Treffpunkte.

Betrachtet man die Veränderungen der Jugendamtsumlage, der Kreiszuschüsse an die Gemeinde, der Gemeindezuschüsse an das Haus Funkenflug sowie die Einrichtung eines Budgets in Höhe von 25.000 Euro, dann beträgt der Mehraufwand der Gemeinde 2009 im Vergleich zu 2008 rd. 15.000 Euro. Bei der Variante 1 würden rd. 18.360 Euro mehr ausgegeben. Dr. Wulf: "Die Gemeinde spart nicht an der Kinder- und Jugendarbeit. Bei beiden Varianten wird mehr Geld zur Verfügung gestellt. Es geht im Wesentlichen um eine Verlagerung der Schwerpunkte in Richtung mehr Straßensozialarbeit".
Ende 2009 soll überprüft werden, wie erfolgreich der neue Weg ist. Grundsätzlich strebt das Kreisjugendamt an, mit den Trägern der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Zielvereinbarungen abzuschließen, die für den gesamten Planungszeitraum 2009 bis 2014 Bestand haben. Im Falle der Gemeinde Augustdorf ist der Kreis jedoch bereit, das Jahr 2009 ggfs. als Übergangsjahr anzuerkennen. Der vor etwa 2 Jahren eingerichtete Arbeitskreis soll in veränderter Form fortgeführt werden. Er soll auf eine Optimierung der Kinder- und Jugendarbeit in Augustdorf hinwirken. Sollte es erforderlich werden, könnten für 2010 neue Vereinbarungen getroffen werden. Nach dem Willen der Mehrheit im Gemeinderat soll 2009 genutzt werden, um einen neuen Weg auszuprobieren. Eine Rückkehr zur alten Lösung ist nicht von vornherein ausgeschlossen.

Nähere Informationen enthalten die ausführliche Verwaltungsvorlage (Drucksache 390/2008) sowie die in Kürze erscheinende Niederschrift der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Sport und Soziales vom 09.12.2008, zu finden unter www.augustdorf.de, Bürgerservice Rat und Verwaltung, Rat und Ausschüsse.

 



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